WEGBEGLEITER : Im Bunde

DER ERSTE

Der Mann war von frischem Adel und von altem Schrot und Korn. Hastings Lionel Ismay, von 1952 bis 1957 erster Nato- Generalsekretär, hat sich militärische Meriten und den Titel des Baron Ismay of Wormington im britischen Kolonialreich erworben. In Indien geboren, durchlief er eine Karriere als Kolonialoffizier und später wichtiger Berater Winston Churchills. Bekannt ist er bis heute mit seiner knappen Definition der Ziele geblieben, die die Nato aus Sicht Europas hat: „to keep the Americans in, keep the Russians out and keep the Germans down“ – die Amerikaner bei der Stange, die Russen raus- und die Deutschen niederhalten.

DER NEUE

Der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen hat alle Chancen, der 14. Nachfolger Ismays zu werden – wenn ihm nicht doch noch der alte Streit um die Mohammed-Karikaturen dazwischenkommt. Rasmussen hatte die Meinungsfreiheit verteidigt, als 2006 Karikaturen in der dänischen „Jyllands Posten“ weltweit Muslim-Proteste auslösten. Ob die von der islamischen AKP regierte Türkei Rasmussen als Nachfolger von Jaap de Hoop Scheffer akzeptiert,

ist noch offen.

DER AUSSTEIGER

Ob Frankreichs Präsident Charles de Gaulle ein Nationalist alter Schule oder der konsequenteste der Europäer war, ist Ansichtssache. De Gaulle, im Ersten Weltkrieg deutscher Kriegsgefangener, im Zweiten Symbolfigur des Widerstands, misstraute der Vormacht USA und betrieb die Unabhängigkeit Frankreichs. 1966 verließ er die Nato als Militärpakt – politisch blieb Paris aber dabei. Erst in diesem Jahr kehren auch seine Soldaten wieder zurück ins Bündnis.

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