WEGBEGLEITER : Unter Herren

DER FÖRDERER



Kurt Biedenkopf.

Er hat das Potenzial des damaligen Europaabgeordneten und dessen Bodenhaftung erkannt. 1999 holte Biedenkopf den damals 40-jährigen Stanislaw Tillich in die Heimat zurück: als Bundes- und Europaminister. Doch war beiden nur eine kurze Zeit gemeinsamer Regierungsarbeit beschieden – am 16. Januar 2002 trat Biedenkopf nach heftigen Vorwürfen wegen seines Führungsstils und einiger Affären als Regierungschef zurück. An dem vom damaligen Finanzminister Georg Milbradt angeführten innerparteilichen Aufstand gegen Biedenkopf, beteiligte sich Tillich nicht.



DER VORGÄNGER

Georg Milbradt. Bei den Verhandlungen über den Notverkauf der Sachsen LB an die Landesbank Baden-Württemberg im Jahr 2007 saßen Ministerpräsident Milbradt und sein Finanzminister Tillich häufig zusammen. Es war die intensivste Phase ihrer gemeinsamen Arbeit. Tillich mag damals bereits geahnt haben, dass Milbradt es nicht mehr bis zu einer erneuten Spitzenkandidatur 2009 schaffen würde, doch hat er den Rückzug des „Oberfinanzministers“ nie forciert. Im Gegenteil, er blieb bis zuletzt loyal.

DER PARTNER

Thomas Jurk. Der SPD-Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident hat zuletzt viel derbe Schelte von Milbradt einstecken müssen – an Jurk gab der Regierungschef zurück, was ihm selbst von streitlustigen Sozialdemokraten angetan wurde. Der Mann von mächtiger Statur vertritt eine Partei von schmächtiger Statur und ist deshalb leidensfähig. Doch dass mit Tillich nun ein bisschen Frieden einkehren könnte in Kabinett und Landtag, dürfte Jurk sehr Recht sein: Es könnte die Defizite an inhaltlicher Übereinstimmung zwischen CDU und SPD überdecken. sc

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