WEGBEGLEITER : Viel Feind, wenig Ehr

DER GEGNER I

Georgi Chaindrawa, einst die Nummer zwei der georgischen Regierung, ist inzwischen Oppositionspolitiker und Michail Saakaschwilis Gegner Nummer eins. Er unterstellt Chaindrawa Verbindungen zum russischen Geheimdienst, der ihn beauftragt habe, ihn, Saakaschwili, zu stürzen. Wahr ist, dass Moskau es gerne sähe, wenn Chaindrawa das Präsidentenamt in Georgien übernähme. Der ist zwar kein Freund Russlands, wohl aber ein Pragmatiker, der eine neutrale Außenpolitik betreiben würde.

DER GEGNER II

Irakli Okruaschwili hatte mit seinen 35 Jahren bereits eine Karriere mit steilen Auf- und Abschwüngen hinter sich. Bis er sich 2007 mit Saakaschwili überwarf, diente er ihm als Oberster Staatsanwalt, als Innen- und als Verteidigungsminister. Okruaschwili war der Erste, der sich öffentlich gegen Saakaschwili stellte. Im September 2007 gründete er die Oppositionspartei „Bewegung für ein vereintes Georgien“. Einem Prozess wegen Steuerhinterziehung, der ihm kurz darauf gemacht werden sollte, entzog er sich durch die Flucht nach Deutschland. Mittlerweile lebt er im Exil in Frankreich.

DER GEGNER III

Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat Georgiens Staatschef eine „politische Leiche“ genannt. Zuvor hatte Saakaschwili ihm unterstellt, er habe den Krieg ohnehin nur nach Georgien getragen, um dort einen Regierungswechsel zu erzwingen. Das Verhältnis Saakaschwilis zu Medwedew ist genauso schlecht wie das zu Wladimir Putin. Daran konnte auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nichts ändern, der beide Seiten auf einen Waffenstillstandsplan einschwor. Am Montag wird er sich erneut mit Saakaschwili und Medwedew treffen.

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