Zeitung Heute : Wegweiser durch den Gütesiegel-Dschungel

Produktsuche leicht gemacht: Internet-Plattformen halten Informationen zum nachhaltigen Einkauf bereit

Reinhart Bünger

Immer mehr Verbraucher achten darauf, wie die Produkte hergestellt wurden, die sie einkaufen. Gefragt sind oft Produkte und Dienstleistungen, die ökologisch und sozial verträglich sind. Sie werden mit verschiedenen Siegeln markiert.

Produkte mit der Aufschrift Bio, TransFair oder Fairtrade haben bereits die Regale der Supermärkte und Discounter erobert. Sie stehen für biologisch und unter humanen Arbeitsbedingungen erzeugte Waren. Nachhaltige Kriterien gewinnen aber nicht nur im Supermarkt an Bedeutung. Es gibt auch Siegel, die zum Beispiel auf nachhaltige Forstwirtschaft hinweisen; der Blaue Engel steht für Gesundheitsverträglichkeit – wichtig etwa für junge Familien, die auf ungefährliches Spielzeug achten. Die Liste der nachhaltigen Einkaufsmöglichkeiten ließe sich weiter fortsetzen – über umweltverträglichen Tourismus bis hin zu Geldanlagen. Oft ist jedoch nicht leicht zu erkennen, welche Produkte einen positiven Beitrag leisten, oder es fehlen schnell zugängliche Informationen.

Damit Verbraucher sich besser orientieren können, haben sich zahlreiche Organisationen der Informationskampagne „Echt gerecht. Clever kaufen“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz angeschlossen. Die Kampagne ist im Internet unter www.echtgerecht.de präsent und wird zusätzlich am 27. September in Berlin auf dem Breitscheidplatz vorgestellt. Hier wird ein Infobus mit Ausstellung und Experten an Bord von 11 bis 18 Uhr darüber informieren, wie Verbraucher ihr Konsumverhalten an Kriterien der Nachhaltigkeit ausrichten können. Geboten werden Informationen über fair gehandelte sowie ökologisch sinnvolle Produkte und ein Wegweiser durch den „Siegel-Dschungel“. Eine weitere Informationskampagne, die sich vor allem dem fairen Handel verschrieben hat, findet sich im Internet unter www.fair-feels-good.de. Online lässt sich hier erfragen, wo es Produkte aus fairem Handel zu kaufen gibt. Die Kampagne wird getragen von der Verbraucher Initiative e.V. in Kooperation mit Transfair e.V. und dem Weltladen-Dachverband. Diese Initiative wird gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Bis Dezember 2006 informiert die Kampagne mit Aktionen und Veranstaltungen über Prinzip, Produkte und gesellschaftspolitische Hintergründe des Fairen Handels. Dabei wird sie von prominenten Fürsprechern und Kooperationspartnern unterstützt. Die Schirmherrschaft hat Franziska van Almsick übernommen. Die Verbraucher Initiative hat zudem ein Online-Branchenbuch in das Internet eingestellt. Unter der Adresse www.oeko-fair.de finden Nutzer Unternehmen, die solche Produkte im Sortiment haben und Verbände, die sich für ökologisches und soziales Kaufverhalten engagieren. Mit dem Portal liefert der in Berlin beheimatete Bundesverband Hintergrundinformationen zu den ökologischen und sozialen Dimensionen alltäglicher Entscheidungen, aktuelle Meldungen sowie interessante Terminhinweise. Kunden können hier nach Produkten mit bestimmten Kennzeichen wie dem Blauen Engel, dem TransFair- oder Bio-Siegel suchen. Das Serviceangebot erleichtert Verbrauchern den Schritt zum bewussten ökologischen und nachhaltig-fairen Handeln. Geschäfte, die ökologische Produkte anbieten, haben sowohl hier als auch in einer weiteren Öko-Datenbank unter www.oekoadressen.de die Möglichkeit, auf ihre Angebote aufmerksam zu machen. Sortiert nach Postleitzahl, Ort, Firmenname oder Branche finden Verbraucher in dem Branchenbuch leicht Unternehmen und Verbände, die sich für ökologische und faire Alternativen einsetzen.

Informationen im Internet:

www.echtgerecht.de

www.oeko-fair.de

www.fair-feels-good.de

www.oekoadressen.de

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