Zeitung Heute : WEINE DES MONATS

Peter Scheib

LIMOUX

Beinahe-Champagner aus dem Süden Frankreichs

Cremant - das ist in Frankreich praktisch alles, was nach Champagnermethode zum Prickeln gebracht wird, zum Beispiel der Cremant de Limoux aus Languedoc-Roussillon. Die Erzeugergemeinschaft Sieur d´ Arques erzeugt bei Limoux in einer Höhe zwischen 400 und 700 Metern Chardonnay- und Pinot-Noir-Reben, jene Sorten also, die auch in einen klassischen Champagner gehören. Feines Mousseux, finessenreiche Frucht, sanfte kräuterige Würze, dazu ein langes Finale – das ist was für Weihnachten. Und Silvester erst recht. Die Flasche Cremant de Limoux Grande Cuvée 1531 brut kostet 11,50 € bei Nix wie Wein in der Kopenhagener Straße 6 in Prenzlauer Berg.

CHAMPAGNE

Ein Rosé mit Eleganz und Frucht

Dennoch bleibt Champagner eine Sache für sich, schon, weil die Kreideböden der Champagne den Grundweinen eine besondere Prägung geben. Spezifisch für die Marke Gosset ist der Verzicht auf die malolaktische Gärung, die die knackige Apfel- in die mildere Milchsäure umwandelt. Gosset-Champagner haben deshalb immer einen frischen, eleganten Charakter und sind lange lagerfähig, ohne die an Sherry erinnernden Alterstöne aufzubauen. Der von uns ausgesuchte Gosset Grand Rosé besticht durch Mineralität, schöne Cremigkeit und volle Erdbeer- und Kirschfrucht. Die Flasche kostet 35,90 € im Maison des Champagnes in der Motzstraße 17 in Schöneberg.

COTES DU RHONE

Ein warmer Roter aus Chateauneuf

Es scheint, als seien die klassischen Rotweine aus Chateauneuf-du-Pape im aktuellen Südwestfrankreich-Boom ein wenig aus der Mode gekommen. Zu Unrecht, nimmt man nur die Weine, die Jean Louis Canto in seiner Domaine de la Roncière erzeugt. Sein 2003er Côtes du Rhone wächst nicht im Kerngebiet der Appellation und trägt deshalb nicht den prestigeträchtigen Namen. Doch im Glas entfaltet sich die ganze Wucht und Würze eines klassischen Rhone-Weins, der schon jung sanft und trinkreif über die Zunge gleitet, aber gut einige Jahre liegen kann. Dunkle Früchte, Zimt und Nelke, die Kräuter der Region: ein faszinierendes, typisches Aromenbild rundet sich zu einem langen, sanften Abgang. Die Flasche kostet 9,90 € bei Sonnenreich in der Seelower Straße 6 in Prenzlauer Berg und bei Rogacki in der Wilmersdorfer Str.145 in Charlottenburg.

PORTWEIN

Ungefiltert in die Flasche

Wer noch mehr Wärme im Glas will, der braucht Portwein – auch so ein Mauerblümchen der aktuellen Weinszene. Hinter den teuren Vintage Ports genießt vor allem der Late bottled Vintage („LBV“), der aus einem einzigen Jahrgang stammt und erst vier bis sechs Jahren nach der Lese abgefüllt wird, einen guten Ruf. Die berühmte Kellerei Quinta do Noval hat 1998 einen solchen LBV erzeugt, der nicht gefiltert wurde, um das ganze Aroma zu erhalten. Es empfiehlt sich deshalb, ihn vorsichtig zu dekantieren, dann kann er seine konzentrierten Aromen von Dörrfrüchten, Nüssen und Schokolade voll entfalten. Gut zu Schoko-Desserts, zum Abräumen des bunten Tellers und natürlich zur Zigarre. Für 16,80 € wird die Flasche im Weinkeller , Gneisenaustr.15 in Kreuzberg, und in der Weingalerie , Pestalozzistr.55 in Charlottenburg, verkauft.

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