Zeitung Heute : Weiterbildung: Berufsbegleitend zum Finanzbetriebswirt

Regina-C. Henkel

Immer wieder neue Überraschungen am Aktienmarkt und immer wieder neue Nachrichten zur Altersvorsorge. Und mittendrin der private Geldanleger und Versicherungsnehmer, der mit all den Fachtermini nichts anfangen kann und mehr oder weniger nur "Bahnhof" versteht. Es sei denn, er hat einen Berater, der seines Vertrauens wirklich würdig ist. Ein "staatlich geprüfter Betriebswirt (Finanzwirtschaft)" könnte so einer sein. Der Abschluss ist unterhalb eines Hochschulabschlusses angesiedelt und soll wegen seiner Praxisorientierung (Produktschulung, Europarecht, IT-Know-how, Kommunikations- und Präsentationstechniken) auf die speziellen Bedürfnisse der Banken- und Versicherungswirtschaft zugeschnitten sein. Vor allem soll er dem wachsenden Beratungsbedarf der Branche Rechnung tragen.

Die ersten Absolventen der sechssemestrigen, berufsbegleitenden Weiterbildung werden in etwa zweieinhalb Jahren ihre Prüfungsurkunde entgegen nehmen. Dietrich Sachse, Projektkoordinator an der Europäischen Wirtschaftsfachschule (EWF), geht von knapp 40 erfolgreichen Prüfungen aus. Arbeitgebern aus dem Bankgewerbe und dem Versicherungswesen ist diese Zahl viel zu niedrig, sie informieren sich in Reihe nach zusätzlichen Ausbildungskapazitäten an der EWF. Für die Initiatoren der Weiterbildung wären 40 Abschlüsse dagegen ein großer Erfolg. Denn sie würden eine Abbrecherquote von nur 20 Prozent bedeuten.

Von den Teilnehmern des (noch) kostenfreien Weiterbildungsangebots wird viel erwartet: Auf dem Stundenplan stehen zwei Mal die Woche von 17 Uhr bis 21 Uhr 15 und dann noch sonnabends von 8 Uhr bis 13 Uhr Fremdsprachenunterricht (neben Englisch entweder Französisch, Spanisch oder Russisch), Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Finanzwirtschaft. Diesem Fächerkanon nach dem Tagwerk im Job noch aufmerksam zu folgen und das Gehörte dann zu Hause aufzubereiten, verlangt jede Menge Disziplin. Schon vor der Staatlichen Abschlussprüfung können sich die Studierenden externen Prüfungen stellen (Fachberater Finanzdienstleistungen (IHK) oder EDV-Anwenderpass) und sich so zwischendurch Erfolgserlebnisse verschaffen. Im Wintersemester 2001 / 2002 haben wieder 50 Weiterbildungswillige die Möglichkeit, das Studium zu beginnen. Voraussetzung: mindestens Realschulabschluss, kaufmännische Berufsausbildung und mindestens einjährige Berufspraxis.

An Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge und Akademiker mit Berufserfahrung in banknahen Bereichen wendet sich das Angebot "Finanzwirtschaftliches Masterstudium" an der Hochschule für Bankwirtschaft (HfB) in Frankfurt am Main. Das Studium dauert zwei Semester und ist erstmals auch nebenberuflich möglich.

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