Zeitung Heute : Weltweit Ausverkauf an Aktienmärkten

Berlin - An den internationalen Aktienmärkten ist es am Freitag zu panikartigen Verkäufen gekommen. In Asien, Europa und den USA brachen die Kurse dramatisch ein. Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor zeitweise mehr als elf Prozent und rutschte auf den tiefsten Stand seit 2004. Am Abend notierte er bei 4183 Zählern – ein Minus von 7,4 Prozent. Auch an der New Yorker Börse und in Tokio gaben die Kurse massiv nach. Die russische Börse setzte den Handel bis kommenden Dienstag aus.

Gewinnwarnungen zahlreicher Unternehmen hatten die Sorge der Investoren vergrößert, dass die Finanzkrise die Realwirtschaft härter als erwartet trifft. Händlern zufolge ziehen vor allem große US- Investoren ihr Geld aus europäischen Märkten ab, um es in amerikanische Anleihen zu investieren. Das drückte auch den Wert des Euro, der erstmals seit zwei Jahren wieder weniger als 1,26 Dollar kostete. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) reagierte mit einer Reduzierung der Ölfördermenge.

Kanzlerin Angela Merkel wertete den neuerlichen Einbruch an den Börsen als Ausdruck einer anhaltenden Verunsicherung. „Ich glaube, das zeigt nach wie vor die Unsicherheit, ob die Symptome der Krise schon überwunden sind“, sagte sie in Peking am Rande des Gipfeltreffens der EU mit Asien, das sich mit der Finanzkrise beschäftigte. Merkel rief die asiatischen Schwellenländer zur Mitarbeit am Aufbau einer neuen Finanzordnung auf.

Unterdessen steht die Führungsmannschaft zur Umsetzung des Rettungspaktes der Regierung. Die Bundesländer einigten sich auf Kurt Biedenkopf als ihren Vertreter im Lenkungsausschuss. Das Gremium ist für die Steuerung der Finanzmarktstabilisierungsanstalt zuständig, die den knapp 500 Milliarden Euro umfassenden Rettungsfonds verwaltet. mot

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