Zeitung Heute : Wenig Chancen für Abi nach 12 Jahren

Der Tagesspiegel

Zwölf Jahre bis zum Abitur – dies wird für Berlins Schüler wohl Zukunftsmusik bleiben. Denn angesichts der sechsjährigen Grundschule ist es extrem schwierig, ein volles Jahr einzusparen. So lautet das Resümee nach monatelangen Beratungen in der Senatsbildungsverwaltung. Stattdessen soll die Oberstufe so gestrafft werden, dass das Abitur drei Monate früher abgelegt werden kann. Diese so genannte Studienstufe wird in Rheinland-Pfalz bereits praktiziert.

„Die Entscheidung neigt sich zum Mainzer Modell“, bestätigte gestern eine Sprecherin von Bildungssenator Klaus Böger (SPD) auf Anfrage. Gegen die Verkürzung um ein volles Jahr spreche, dass die Stundentafeln in Klasse 7 bis 10 „komplett“ zu ändern wären. Dahinter steht die Forderung der Kultusministerkonferenz nach einer Mindeststundenzahl für Abiturienten. Diese Zahl würde nicht erreicht, wenn die elfte Klasse ersatzlos wegfiele, da Berlins Schüler wegen der sechsjährigen Grundschule ohnehin zwei Jahre weniger in der Oberschule sind. Um das aufzuholen, müssten in der Mittelstufe bis zu 37 Wochenstunden erteilt werden. Dies aber ist ohne Verpflegung in der Schule nicht umsetzbar und wäre sehr kostspielig. Sehr begabte Schüler könnten aber weiterhin eine Klasse überspringen. Im Mai soll die endgültige Entscheidung fallen. sve

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben