Zeitung Heute : Weniger Geld für Arbeitslose

Wer die staatlichen Leistungen will, muss jetzt mehr dafür tun

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Zuerst die gute Botschaft: Die beitrags und steuerfinanzierten Leistungen für Arbeitslose werden pauschal, also in ihrer Höhe, nicht gekürzt. Auch der ursprüngliche Plan, die Bezugsdauer für Arbeitslosenhilfe zu begrenzen, ist vom Tisch. Dennoch gibt es gravierende Einschnitte:

Arbeitslose, die an Umschulungen teilnehmen, erhalten weniger Unterhaltszahlungen als bisher. Die genauen Sätze stehen noch nicht fest. Klar ist aber, dass die Umschulungszeiten nicht mehr wie bisher voll auf die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes angerechnet werden.

Arbeitslosenhilfe erhält – der Sozialhilfe ähnlich – nur noch, wem der Ehe- oder Lebenspartner mit eigenem Einkommen nicht mehr unter die Arme greifen kann. Bei kleinen Einkommen der Partner gibt es zwar Hilfe, aber weniger als bisher.

Wer mehr als 200 Euro pro Lebensjahr auf dem Sparbuch hat, muss erst einmal davon zehren, bevor es Arbeitslosenhilfe gibt. Ausgenommen davon sind Hilfeempfänger über 55 Jahre.

Wer arbeitslos wird, muss sich umgehend beim Arbeitsamt melden. Sonst droht Leistungskürzung in empfindlicher Höhe – für jeden Tag der verspäteten Meldung.

Wer jung und familiär ungebunden ist, muss Jobs deutschlandweit annehmen. Bei Weigerung droht Kürzung der Leistung. Das gilt auch für Familienväter und -mütter, die einen Job im Umfeld des Wohnortes ablehnen. asi

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