Zeitung Heute : Wenn der Onkel plötzlich verzaubert ist

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Bekannt geworden ist sie mit Kinderbüchern, in denen sie sich den gesellschaftlichen Bedingungen unserer Zeit widmet: Gudrun Pausewang schreibt schon für die Jüngsten über Arbeitslosigkeit und Verzweiflung, Armut und Gewalt wie in ihrem erschütternd-realistischen Romanen „Die letzten Kinder von Schewenborn“ oder „Die Wolke“, für letzteren wurde sie mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Immer wieder haben Tod und Sterben in Pausewangs Büchern ihren Platz. Doch auch wenn in "Onkel Hugo und der Zauberer" Krankheit und geistiger Verfall eine Rolle spielen, das jüngste Buch von Gudrun Pausewang ist eher amüsant als ernst: Klaus und seine Familie leiden unter der Manie seines Onkels, alle seine Reisen auf vielen Fotos festzuhalten und die dann in langen Diaabenden zu präsentieren. Dank des Selbstauslösers ist Hugo auf vielen Fotos zu sehen.

Als der indische Zauberer Brahmakrushna in der Stadt ist, hat Klaus einen waghalsigen Plan. Was, wenn der Zauberer den Onkel einfach von allen Dias wegzaubert? Brahmakrushna ist einverstanden und der Plan scheint zu gelingen. Die Folgen sind allerdings ganz andere, als die erhofften. Onkel Hugo fällt vor Schreck in Ohnmacht und landet im Krankenhaus. Klaus und seine Familie überlegen jetzt verzweifelt, wie sie die ganze Sache wieder rückgängig machen können. Gudurn Pausewang ist ein witziger, sprachlich souverän und liebevoll geschriebener Roman über die Macken eines alten Mannes und das Leben in einer quirligen großen Familie gelungen. Simone Leinkauf

Gudrun Pausewang: Onkel Hugo und der Zauberer. Patmos Verlag, Düsseldorf 2002. 128 Seiten. 9,90 EUR. Ab zehn Jahren.

Die nächste Seite Kinder-& Jugendbuch erscheint am 4. August.

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