• Wenn der TÜV ins Haus kommt Wer in eine Gebrauchtimmobilie investiert, sollte prüfen, ob das Objekt ohne Mängel ist. Für solche Gutachten arbeiten Banken gerne mit den Fachleuten vom TÜV zusammen

Zeitung Heute : Wenn der TÜV ins Haus kommt Wer in eine Gebrauchtimmobilie investiert, sollte prüfen, ob das Objekt ohne Mängel ist. Für solche Gutachten arbeiten Banken gerne mit den Fachleuten vom TÜV zusammen

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Undichte Fenster, Schimmel unter dem frischen Farbanstrich oder eine marode Heizungsanlage: Eine gebrauchte Immobilie kann so

einige Tücken bergen, die später teuer werden. Schutz gegen solche Risiken bietet dem Käufer ein Gutachten. Eine Adresse, mit der potenzielle Käufer auf der sicheren Seite sind, ist der TÜV Süd mit seiner Tochterfirma ImmoWert GmbH.

Nicht nur Privatkunden, auch viele Banken

nehmen inzwischen die Leistungen der unabhängigen und zertifizierten Gutachter in

Anspruch: „Wir schlagen Kunden, die bei uns eine Wohnung oder ein Haus finanzieren wollen, ein TÜV-Gutachten vor. Die Kosten liegen unter einem Prozent des Kaufpreises“, sagt Volkmar Brembach von der Commerzbank.

Seit sechs Jahren kooperiert die Bank mit dem TÜV Süd. Und dessen rund 40 festangestellte Gutachter haben bundesweit gut zu tun.

„Gebrauchte Immobilien werden auch in Berlin zunehmend ein Thema. Wir stellen fest, dass es keine weitere Abwanderung ins Umland gibt, wie das in den neunziger Jahren der Fall war. Für viele heißt es jetzt: zurück in die Stadt.

Zudem ist die Gebrauchtimmobilie gegenüber einem Neubau um 25 bis 30 Prozent günstiger“, berichtet Holger Busch aus der ImmoWert-Geschäftsleitung in München. Mehr als die Hälfte der Käufer lassen inzwischen ein Wertgutachten erstellen. Zu Recht, findet Busch – denn mit einem TÜV-Gutachten in der Hand lässt sich über die große Investition besser mit den Banken verhandeln. Die meisten Mitarbeiter des ImmoWert-Teams sind „HypZert“-zertifiziert – eine Zusatzqualifikation, mit der die Sachverständigen Immobilien für

Banken bewerten dürfen, ein Gütesiegel, das alle fünf Jahre erneuert werden muss. Dieser Nachweis ist umso wichtiger, als der Beruf des Sachverständigen in Deutschland nicht

geschützt ist.

Die TÜV-Mannschaft nimmt alles von der

Eigentumswohnung bis zur Industrieimmobilie unter die Lupe. Bezahlt werden die TÜV-Sachverständigen nach der Honorarordnung der

Architekten und Ingenieure – bei einem Einfamilienhaus für 350 000 Euro mindestens 1000 Euro. Dafür nimmt der Sachverständige Wohnung, Haus und Keller gründlich in Augenschein. Busch: „Wir studieren die Baubeschreibung, gehen mit den Händen an der Wand

entlang, schauen, ob es zum Beispiel aufgrund der Vorgeschichte einen Verdacht auf Asbest oder auf Altlasten im Boden gibt.“ Für viele Mängel – auch solche, die absichtlich verdeckt werden –

haben die TÜV-Sachverständigen

inzwischen ein Näschen. „Wenn uns jemand eine frisch gestrichene Wand präsentiert, machen wir einen Vermerk ins Gutachten. Vermuten wir, dass sich dahinter Schimmel versteckt, der im nächsten Winter erst zum Vorschein kommt, empfehlen wir einen Gutachter für Bauschäden.“ Selbst Hand an Bauteile legen, dürfen die Sachverständigen nämlich nicht. Zu den Top-Ten der Mängel gehören: undichte Fenster, unzureichende Wärmedämmung, Feuchtigkeitsschäden, Schimmel, gravierende Abweichungen von der ausgewiesenen Wohnfläche, nicht vorhandene Baugenehmigungen, marode Heizungsanlagen – alles Probleme, die richtig ins Geld gehen können, sagt Volkmar Brembach von der Commerzbank: „Die Beseitigung von verdeckten Baumängeln kann später erheblich teurer werden, als die Kosten fürs Gutachten.“

Ansprechpartner in Berlin:

TÜV ImmoWert GmbH, Tel. 030/

916 089 250,www.tuev-sued.de,

www.commerzbank.de

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