Zeitung Heute : Wenn einer eine Reise tut

Wer dafür sorgt, dass in und aus Deutschland sicher gereist wird

Tanja Buntrock

Spanien als Reiseziel? „Die Deutschen buchen weiterhin fleißig“, sagt der Sprecher des Deutschen Reisebüros und Reiseveranstalter Verbandes (DRV), Christian Boergen. Schließlich ist Spanien das liebste Pauschal- Reiseziel der Deutschen. „Wir haben von keinem Reiseveranstalter gehört, dass Kunden plötzlich ihre Reise nach Spanien storniert oder umgebucht haben“, sagt Boergen. Und auch diejenigen, die nicht ins Ausland fahren, sondern auf Deutschlandtour gehen, könnten seiner Meinung nach beruhigt sein. „Es ist in Deutschland so sicher, wie es eben sein kann. Ein Restrisiko bleibt immer.“

Das sieht man auch beim Bundesgrenzschutz (BGS) so. Man habe die Zahl der Sicherheitskräfte erhöht an den Bahnhöfen und auch am Flughafen. Wie viele Leute zusätzlich nun nach den Anschlägen in Madrid im Einsatz sind, will der BGS-Sprecher Jörg Kunzendorf nicht sagen. Nur so viel: „Sicherheit ist nach außen nicht immer sichtbar.“ Schließlich gäbe es auch genügend Sicherheitskräfte, die zivil im Einsatz sind. Auch der Berliner Sprecher der Deutschen Bahn AG, Holger Auferkamp, versichert: „Wir arbeiten eng mit dem Bundesgrenzschutz und der Berliner Polizei zusammen. Zudem haben wir unser eigenes Bahn-Sicherheitspersonal verstärkt. Allein schon, um den Reisenden ein „subjektives Sicherheitsgefühl“ zu geben. Bisher seien die Fahrgäste „nicht sonderlich verunsichert“. Der Berufsreiseverkehr gehe ganz normal weiter. „Aber wir haben natürlich alle Mitarbeiter nochmals sensibilisiert“. Wie auch schon nach den Anschlägen vom 11. September in New York werde verstärkt auf herrenlose Gegenstände wie Koffer oder Rucksäcke geachtet. „Nach wie vor laufen Lautsprecherduchsagen, dass die Reisenden auf ihr Gepäck achten sollen.“ Zudem käme den Bahn-Mitarbeitern die Technik zur Hilfe. „Wir haben ja überall Kameras, die bei der Überwachung der Bahnhöfe helfen.“

Auch die Berliner Polizei wollte sich nicht dazu äußern, wie sie taktisch auf die Anschläge von Madrid reagiert. „Wir sind im ständigen Kontakt mit allen Sicherheitsbehörden und reagieren dementsprechend“, hieß es bei der Polizeipressestelle.

Im Reisebüro „Flugbörse“ in Berlin hat Inhaber Randolf Reiß „keine Verunsicherung“ verspürt. Die Kunden ließen sich von den Anschlägen nicht abschrecken. Und wer sich doch unsicher fühlt, dem rät Reiß: Der sollte es dann lieber lassen.

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