Zeitung Heute : Wenn Einkaufskörbe Blüten tragen

Nicht nur klassische Tontöpfe lassen sich bepflanzen. Auch Wannen, Kisten und andere Behälter werden im Frühling bunt

Mini-Beet zum Mitnehmen.
Mini-Beet zum Mitnehmen.

Schon vor Tausenden von Jahren kultivierten die alten Ägypter, Griechen und Römer Pflanzen in Gefäßen. Malereien und Schriften verraten uns, dass man aromatische Gewächse wie Lorbeer, Myrte sowie andere Arten in Töpfen zog und sie in Villen und Gärten aufstellte. Seit dem Mittelalter ist diese Art der Pflanzenverwendung dann besonders zu beobachten. Die Mauren in Spanien schmückten ihre Gärten mit schönen Pflanzgefäßen, die Italiener stellten sie in ihren Villengärten auf. Nördlich der Alpen holten die Briten den Pflanzenschmuck zunächst in ihre Paläste und Klöster und später auch in die heimischen Gärten.

Allmählich kamen Pflanzgefäße aus verschiedenen Materialien immer mehr in Mode. Im 19. und 20. Jahrhundert stellte man Nachbildungen klassischer Urnen aus Gusseisen her, aber auch aus Blei, Stein und Ton. Es entstanden kunstvoll verzierte Töpfe, die auf Terrassen oder im Garten Platz fanden. Heute gibt es kaum einen Garten ohne bepflanzte Gefäße, und wer nur einen Balkon hat, findet ebenfalls Platz für ein hübsches Behältnis mit interessanten „Bewohnern“. So reichhaltig die Formen und Arten sind, so vielseitig sind die Möglichkeiten ihrer Bepflanzung. Wer eine besonders hübsche Wirkung erzielen möchte, sollte bei der Wahl überlegt vorgehen.

Am schönsten wirken Gefäße aus Materialien, die im Einklang mit ihrer Umgebung stehen. Holz, Ton oder Stein passen gut zur traditionellen Bauweise. Dagegen eignen sich Gefäße aus Keramik, Glas oder Kunststoff eher für eine moderne Umgebung. Sehr dekorativ können ausgefallene Behälter wie alte Gefäße aus Zink oder Emaille, Körbe, Kisten, Waschkessel, aber auch Schubkarren, große Muscheln oder sogar ausgehöhlte Baumstämme sein.

Für die Bepflanzung ergeben sich je nach Geschmack viele Möglichkeiten. Wichtig ist nur, bei der Auswahl der Pflanzenarten deren Ansprüche zu beachten und zum Beispiel nicht Sonne und Schatten liebende Arten zusammen zu pflanzen. Auch die Wuchsform und die zu erwartende Größe ist eine Überlegung wert, damit nicht nach ein paar Wochen eine Pflanze die Oberhand gewonnen hat und die anderen Arten nur noch dahinvegetieren.

Bereits im zeitigen Frühjahr kann man die Gefäße mit den ersten Frühlingsboten bepflanzen. Stiefmütterchen (Viola x wittrockiana-Hybriden) und Hornveilchen (Viola cornuta) gibt es ebenso wie Primeln (Primula-Vulgaris-Hybr.), Tausendschön (Bellis perennis) oder Vergissmeinnicht (Myosotis alpestris) blühend im Handel. Auch verschiedene Blumenzwiebelpflanzen wie Tulpen, Hyazinthen oder Narzissen sind in Töpfen erhältlich und können mit anderen Pflanzen kombiniert werden. Damit lassen sich auf dem Balkon, der Terrasse oder im Blumenkasten hübsche Effekte erzielen.

Um üppig blühende und farbenprächtige Arrangements für die Sommerzeit zu schaffen, bieten sich andere Pflanzen an. Sie können ab Mai in die Gefäße gebracht werden. Sie lassen sich nach Herzenslust kombinieren, denn die Auswahl ist groß. Verwendet man die bekannten Balkonpflanzen wie Pelargonien (Pelargonium- Hybr.), Petunien (Petunia-Hybr.), Verbenen (Verbena-Hybr.) oder Samsara (Bidens ferulifolia), hat man schnell einen reich blühenden Blickfang. Auch mit weniger bekannten Arten wie Blaues Gänseblümchen (Felicia amellioides), Fächerblume (Scaevola saligna) oder Schneeflockenblume (Bacopa) lässt sich bis zum Herbst ein Blütenmeer schaffen.

Während die genannten Arten Sonnenkinder sind, eignen sich Männertreu (Lobelia erinus), Knollenbegonien (Begonia tuberhybrida) oder Fleißige Lieschen (Impatiens) für Gefäße an schattigen Standorten. Für solche Plätze stehen auch zahlreiche Fuchsien (Fuchsia-Hybriden) zur Verfügung, die aufrecht oder hängend wachsen und in vielen Sorten angeboten werden. Mit den oben genannten Arten kann man sie gut kombinieren.

Doch die Möglichkeiten, mit interessanten Gefäßen Blickpunkte zu schaffen, sind damit noch lange nicht erschöpft. So bieten sich zum Beispiel schöne, mit Patina überzogene Tongefäße hervorragend an, um attraktive Stauden zu präsentieren. Ob man sie nun mit Funkien (Hosta), Wolfsmilch (Euphorbia characias), Purpurglöckchen (Heuchera-Hybride), Johanniswedel (Astilbe-Arendsii- Hybryde), verschiedenen Gräsern oder Farnen bepflanzt – wichtig ist die Harmonie zwischen Grün und Gefäß.

Vor dem Bepflanzen reinigt man das Behältnis sorgfältig, damit es keine Krankheitserreger beherbergt. Haben alte Tontöpfe eine schöne Patina angesetzt, säubert man sie nur innen. In Gefäßen ohne Abzugslöcher verteilt man zunächst eine dicke Dränageschicht aus Tonscherben, Kiesel oder Sand auf dem Boden, damit es nicht zu Staunässe kommt. Haben die Gefäße Abzugslöcher, erfüllen einige Topfscherben die Dränagefunktion. Als Substrat empfiehlt sich eine nährstoffreiche Mischung, die aus Torfkultursubstrat oder dem umweltschonenden Ersatz Rindenhumus und lehmhaltiger Erde besteht. Reine Substrate aus Torf oder Rindenhumus trocknen zu schnell aus und sollten deshalb mit Lehm angereichert werden.

Ist das Gefäß bepflanzt, gießt man kräftig an. Wässern und Düngen ist mit großer Sorgfalt durchzuführen, denn die Erde trocknet im Gefäß schneller aus und Nässe staut sich leicht. Je nach Art der Bepflanzung leiten die Blätter das Wasser leicht ab, weshalb auch in Regenperioden die Feuchtigkeit der Erde geprüft werden muss. Andererseits kann es bei Gefäßen ohne Abzugslöcher leicht zu Wasserüberschuss kommen, weshalb man in längeren Regenperioden solche Gefäße in den Regenschatten der Gebäude rückt oder abdeckt. Wöchentliche Gaben eines Volldüngers im Gießwasser sind bei den meisten Pflanzenarten erforderlich. Zu den regelmäßigen Arbeiten gehört auch das Entfernen der verblühten Blumen.

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