Zeitung Heute : „Wenn man überzeugt ist, hat man Kraft“

Andrea Jänicke und Volker Omeis-Lother verdienen ihr Geld mit Kleinholz. Sie ließen sich von der Berliner Volksbank beraten – schnell stand der erste Fünf-Jahres-Plan

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Ihr Unternehmen nimmt Altholz und Holzabfälle kostenlos oder gegen eine Vergütung ab – zerkleinert sie und verkauft sie inklusive Belieferung weiter. Wie sind Sie auf diese Firmenidee gekommen?

Volker Omeis-Lother: Frau Jänicke arbeitete vor Firmengründung in der Forstverwaltung und entwickelte die Idee der Energieholzvermarktung. Steigende Preise für fossile Brennstoffe und das ungenutzte Potenzial an Waldrestholz und Landschaftspflegeholz sowie die ausgereifte Holzfeuerungstechnologie mit Wirkungsgraden von über 90 Prozent waren gute Voraussetzungen für die Firmengründung.

Wie sind Sie die angegangen?

Wir haben am Business-Plan-Wettbewerb Berlin Brandenburg teilgenommen, um aus unserer Unternehmensidee ein Unternehmen zu formen. In dem Wettbewerb gehört die Berliner Volksbank zu dem Aktivposten, der für Know-how sorgt und auch Räumlichkeiten anbietet. Man lernt dort, einen FInanzplan so zu erstellen, dass potenzielle Geldgeber sehen können, wie das Unternehmen funktionieren soll.

Der Schritt von der Firmenidee zur Firmengründung setzt Anfangskapital voraus. Wie war das bei Ihnen?

Andrea Jänicke: Wir erstellten 2004 einen Finanzplan bis zum Jahr 2009 für die biolistic GmbH. Abgesehen vom eingelegten Stammkapital der GmbH wurden bisher aus eigener Kraft 300 000 Euro investiert. Für weitere notwendige Schritte steht uns die Berliner Volksbank und die Bürgschaftsbank zur Seite. Das Unternehmen hat zudem Förderanträge gestellt, die die Liquidität weiter verbessern.

Was hat Ihren Kreditgeber, die Berliner Volksbank, letztlich überzeugt?

Volker Omeis-Lother: Die Berliner Volksbank hat sich aufmerksam mit den Informationen, die wir zur Verfügung gestellt haben, beschäftigt und aufgrund der privaten Sicherheiten einem ersten Finanzierungsschritt zugestimmt. Wir sollten zeigen, dass das Konzept auch mit geringem Investitionsvolumen realisiert werden kann, um dann mit den erzielten Zahlen weitere Investitionsschritte einzuleiten. Konzept und wirtschaftliche Situation der Gesellschafter überzeugten den zuständigen Bearbeiter der Berliner Volksbank. Es ist wichtig, sich auf den Kern der Sache konzentrieren zu können. Ein Unternehmen muss Umsatz machen. Alles andere muss dem nachgestellt sein. Deshalb sind Organisation, Arbeitsstruktur und Aufgabenteilung extrem wichtig.

Wo lauerten neue Stolperfallen, als Sie schließlich loslegen konnten?

Andrea Jänicke: Um aus einer Idee ein Unternehmen zu machen bedarf es eines Kraftaktes. Klar, dass es einfacher ist eine Firma zu übernehmen als eine neu zu gründen. Abgesehen von behördlichen Genehmigungsverfahren und den normalen Finanzabläufen in der Firma ist es von entscheidender Bedeutung, die Arbeit zu definieren und stets das Ruder in der Hand zu halten.

Was können andere Existenzgründer aus Ihrer Firmengeschichte lernen?

Volker Omeis-Lother: Wenn man es selber nicht anpackt, ist keiner da, der etwas für einen tut. Wenn man von seiner Sache überzeugt ist, hat man die Kraft die Dinge voranzutreiben. Auch wenn man drei Schritte zurückgehen muss, geht man wieder vier Schritte vor.

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