Zeitung Heute : Wenn Schule ein Stück Heimat wird

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„Wer zu uns kommt, trägt das Stigma ’Loser’ auf der Stirn“, sagt Reiner Haag von der Tempelhofer Werner-Stephan-Hauptschule. „Und genau das ändern wir.“ Wie es geht, aus Schul-Verlierern Gewinner zu machen oder doch jedenfalls motivierte Schüler, die einen Abschluss schaffen, ist eine lange Geschichte, die an der Stephan-Schule vor mehr als zwölf Jahren begonnen hat. Damals ging Haag das Risiko ein, mit der „schwierigsten Klasse der Schule“ eine Cafeteria aufzubauen. Es funktionierte „und hat ausgestrahlt auf alle Fächer“. Denn die Schüler schufen sich nicht nur einen Anlaufpunkt in der Schule, lernten zu wirtschaften und Verantwortung zu tragen, sondern sie erlebten auch, dass sie selbst etwas Positives bewegen können. „Selbstwirksamkeit“ nennt man das im Pädagogendeutsch.

Die Cafeteria war aber nur einer von vielen Schritten. Damals begann auch das umfassende Streitschlichter-Programm, an dem inzwischen 80 Schüler teilnehmen. „Teilhaben, Verantwortung tragen, erfolgreich sein können“ – all das gehört für Lehrer Reiner Haag zusammen, wenn er beschreiben will, worin der Kern der Erfolgsgeschichte seiner Schule liegt. Und warum sie kaum Schwänzer hat: „Wenn die Schule als persönliche Heimat empfunden wird, motiviert das dazu, hierher zu kommen.“ sve

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