Zeitung Heute : Wer bekommt wie viel?

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Bafög

Andreas Kunze[Ftx]

Erst die Bummel-Studenten, jetzt die Schummel-Studenten: Das Bafög ist im Sommer wegen der angeblich massenhaften Erschleichung von Leistungen ins Gerede gekommen. Das schürte Zweifel an der Bedürftigkeit der Studenten. Doch viele von ihnen dürften das mit Verwunderung verfolgt haben – denn sie benötigen tatsächlich finanzielle Unterstützung für die Ausbildung. Mit der Reform im April 2001 sind die Eckdaten dafür verbessert worden:

Die so genannten Bedarfssätze sind gestiegen, bis zu 585 Euro im Monat kann ein Student nun bekommen (inklusive Zuschuss für Unterkunft und Krankenversicherung).

Der Beratungsservice der Studentenwerke ist eine gute Anlaufadresse für Hilfe beim Bafög-Antrag. In den ersten Wochen des Semesters herrscht dort allerdings großer Andrang. Einkommensnachweise der Eltern (Steuerbescheide) sind hilfreich.

Frühestens ab dem Monat, in dem der Antrag gestellt wurde, gibt es auch Bafög. Es ist also wichtig, frühzeitig einen Antrag einzureichen – selbst wenn dafür noch Unterlagen fehlen.

Welche Bedeutung hat das Einkommen der Eltern? Die Unterhaltspflicht der Eltern ist vorrangig, mindestens 1440 Euro pro Monat bleiben jedoch anrechnungsfrei. Ist der Auszubildende verheiratet, bleiben mindestens 960 Euro Einkommen des Ehegatten anrechnungsfrei.

Der Bafög-Empfänger darf derzeit 5200 Euro an Vermögen haben. Ein Ehegatte oder ein Kind erhöhen diesen Freibetrag um jeweils 1800 Euro. Als Nebenverdienst sind bis zu 4330 Euro im Jahr zulässig, also im Schnitt pro Monat 360 Euro.

Studenten-Bafög gibt es zur Hälfte als Zuschuss, die andere Hälfte als zinsloses Darlehen. Erst fünf Jahre nach Studienabschluss beginnt die Rückzahlung. Sie ist begrenzt auf den Betrag von 10 000 Euro. Die Rückzahlung kann auf bis zu 20 Jahre gestreckt werden. Gute Studenten erhalten außerdem einen Rabatt.

Weiteres im Internet unter:

www.bafoeg.bmbf.de

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