Zeitung Heute : Wer die Wahl hat ...

Stephan Wiehler

Am letzten Sonntag haben die Erwachsenen ihre Kreuze auf den Wahlzetteln gemacht. Die Wähler sollten entscheiden, wer in den nächsten vier Jahren in der Stadt regieren soll. Viele, viele Wahlhelfer haben die Kreuze auf den Zetteln gezählt, und dabei ist herausgekommen, wie viele Leute welche Partei gewählt haben. Nach diesem Ergebnis werden die Sitze im Parlament, dem Berliner Abgeordnetenhaus, verteilt. Die Partei mit den meisten Wählerstimmen darf die meisten Abgeordneten ins Parlament schicken. Die Parteien, die weniger Stimmen bekommen haben, bekommen weniger Plätze. Die Abgeordneten müssen dann den Regierenden Bürgermeister wählen.

Fast jeder dritte Berliner hat bei der Wahl die SPD angekreuzt, und deshalb kann Klaus Wowereit von der SPD auch wieder Regierender Bürgermeister werden. Doch ganz so einfach ist das nicht. Damit Klaus Wowereit gewählt wird, müssen nämlich mehr als die Hälfte aller Abgeordneten für ihn sein. Aber so viele Abgeordnete hat die SPD nicht. Klaus Wowereit muss darum mit den anderen Parteien sprechen und sie dazu überreden, ihn zu wählen. Dafür dürfen sie dann in seiner Regierung mitmachen und bei der Politik mitbestimmen. Wenn verschiedene Parteien eine Regierung bilden, nennt man das eine Koalition.

Mehrere Parteien haben der SPD angeboten, Klaus Wowereit zu wählen, damit sie mitregieren können. Die SPD kann sich einen Partner aussuchen. Sie kann die PDS nehmen, die besonders viele Ostberliner gewählt haben. Oder sie baut eine Regierung mit den Grünen und der FDP, obwohl sich die beiden nicht besonders mögen. Die SPD darf jetzt wählen.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!