Zeitung Heute : Werbung auf Wunsch

E-Mail-Werbung soll nur bekommen, wer sie wirklich will.Nach einer Mitgliederbefragung präzisiert der Deutsche Multimedia Verband seine Forderungen an die EU.Das Votum war eindeutig.Mehr als zwei Drittel der im Deutschen Multimedia Verband (dmmv) organisierten Unternehmen und Personen sprachen sich im Rahmen einer Mitgliederbefragung dafür aus, daß sie den Empfang von Werbung per E-Mail nur dann billigen, wenn die Empfänger beim Absender ausdrücklich um die Zusendung gebeten haben.Ein Ergebnis, daß der Verband in dieser Form wohl nicht erwartet hatte.

Der dmmv-Vorstand sah sich zu der Befragung seiner Mitglieder gezwungen, nachdem eine öffentliche Erklärung zum Thema massive Proteste inner- und außerhalb des Verbandes hervorrief.Hauptkritikpunkt war, daß die Verbraucher auch für den Empfang ungewollter Emails die Kosten zu tragen haben (wir berichteten).Wollte der dmmv vor etwa drei Monaten noch die EU darin unterstützen, daß Werbemails lediglich eindeutig als solche gekennzeichnet sein müssen, ersetzte der Verband diese Position jetzt um eine differenziertere, fünf Punkte umfassende Forderung an das Europa-Parlament und den Europa-Rat.

Demnach soll über die Kennzeichnungspflicht hinaus das sogenannte "Opt-In"-Verfahren Gesetz werden: "Werbemails dürfen nur an Nutzer versandt werden, die sich ausdrücklich damit einverstanden erklärt haben, E-Mails vom aufgeführten Anbieter bzw.von der benannten Liste empfangen zu wollen." Desweiteren soll dieser Empfangswunsch durch eine Begrüßungsmail vom Aussender ausdrücklich bestätigt werden, wobei in dieser Begrüßungsmail auch das Kündigungsverfahren beschrieben sein und eine Kündigung innerhalb von 24 Stunden wirksam werden muß.Schließlich will der dmmv auch eine Impressumspflicht für E-Mail-Werbeaussendungen, sodaß der Urheber mit Namen, Rechtsform, postalischer Adresse, Internet-Adresse und E-Mail kenntlich ist.

Um diese Forderungen im Kontext des grenzüberschreitenden Internet durchzusetzen, hält es der dmmv für notwendig, die Souveränität der EU-Einzelstaaten bei der Versendung von Massenmails aufzuheben: "Dieser rechtlichen Ungleichbehandlung gilt es entgegenzuwirken", heißt es in einer Erklärung des Multimedia-Verbandes.Ob diese verbraucherorientierten Positionen in der EU durchsetzbar sind, bleibt indes abzuwarten.hest

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