Zeitung Heute : Wie Berlin hilft

Trinkwasser, Polizeitraining und Frauenrechte

Alexander Visser

Wenn sich ein Kabuler sein Teewasser aus dem Hahn holt, kann er das Dank deutscher Hilfe tun. Einer der Schwerpunkte deutscher Aufbauhilfe in Afghanistan ist die Wasserversorgung. Allein in der Hauptstadt Kabul und Umgebung wurde der Zugang zu sauberem Wasser für über zwei Millionen Menschen wiederhergestellt oder verbessert. Stolz verweist die Bundesregierung auf solche Erfolge, wenn sie über ihren Beitrag zum Wiederaufbau Afghanistans spricht.

Seit 2002 bis Ende 2004 will Deutschland 320 Millionen Euro für den Wiederaufbau bereitstellen. Bis 2008, so hat Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul unlängst angekündigt, kommen noch einmal 320 Millionen Euro hinzu. Zusammen mit Deutschlands Beiträgen zu internationalen Programmen kommen so bis 2008 über 700 Millionen Euro zusammen. Japan hat nach eigenen Angaben bisher 560 Millionen Euro bezahlt und im Vorfeld der Berliner Konferenz weitere 330 Millionen zugesagt. Nur die USA engagieren sich noch deutlich stärker: Allein 2004 wollen sie umgerechnet 1,8 Milliarden Euro ausgeben.

Zur besseren Koordination haben die internationalen Partner die Zuständigkeiten beim Wiederaufbau unter sich aufgeteilt. Deutschland ist so genannte Führungsnation beim Aufbau der Polizei. Neben der Trinkwasserversorgung ist Berlin auch für die Bereiche Investitionen und Handel, Energie, Gesundheit, und Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen zuständig. Deutsche Helfer sind mittlerweile in zehn Provinzen präsent. Für Wieczorek-Zeul sind auch die Rechte der unter der Taliban-Herrschaft unterdrückten Frauen ein wichtiger Schwerpunkt.

Auch bei konkreten Projekten, wie der Organisation der Ratsversammlung Loya Dschirga, war Deutschland behilflich. Die Zelte, in der die Vertreter der Stammesgruppen die Verfassung ausknobelten, wurden von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit aufgebaut.

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