Zeitung Heute : Wie die Sonne wirkt

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Trifft Sonnenlicht auf die Haut, bilden die Pigmentzellen der Oberhaut Melanin, einen braunen Farbstoff, der die darüber liegende Stachelzellschicht einfärbt. Werden Hautzellen durch übermäßigen Beschuss mit UVStrahlen geschädigt, schwellen sie an und platzen. Als Reaktion darauf rötet sich die Haut – Zeichen einer Entzündung. In besonders gravierenden Fällen bilden sich Blasen und es kommt zu Fieber. Zwei bis drei Tage nach dem Sonnen erreicht die Krankheit ihren Höhepunkt.

Fürs Erste ausgeheilt ist ein Sonnenbrand erst nach ein bis zwei Wochen, wobei neben der teuer erkauften Bräune jedoch nicht nur die Lichtschwiele zurückbleibt, eine von nun an etwas besser schützende Verdickung der Oberhaut. Jeder Sonnenbrand ist eine Verletzung und zeigt, „dass die Haut massiv geschädigt worden ist und der Schaden aller Voraussicht nach nicht komplett repariert werden kann“, sagt der Berliner Lichtdermatologe Hans Meffert. Für hellhäutige, noch ungebräunte Menschen ist es beim ersten Sonnenbad des Jahres in den Mittagsstunden bereits nach weniger als 20 Minuten soweit, gegen 9 Uhr oder 16 Uhr bei schon deutlich schwächerer Einstrahlung erst nach 40. Rothaarige mit blauen Augen trifft es am ärgsten - ihnen droht Sonnenbrand meist schon nach zehn Minuten.

Häufig unterschätzt wird die herabstrahlende UV-Dosis am Mittelmeer oder in noch größerer Äquatornähe, wo sie viel stärker ist als in Deutschland. Beispielsweise ist ein Sonnenanbeter am 20. März um 12 Uhr mittags auf Gran Canaria einer fast doppelt so starken UV-Strahlung ausgesetzt wie in München. Tückisch ist die Sonne auch bei bewölktem Sommerhimmel oder beim Bootsausflug, wenn das Wasser ihr Licht wie ein Spiegel zurückwirft – wie es übrigens auch heller Sand tut und so die Wirkung von Strandschirmen manchmal aufhebt. was

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