Zeitung Heute : Wie eine Erektion funktioniert

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Jede Erektion beginnt im größten Sexualorgan des Menschen – dem Gehirn. Das Limbische System im Gehirn reagiert auf sexuelle und erotische Stimulationen jeglicher Art, sowohl auf erregende als auch auf hemmende Einflüsse. Es ist der Ausgangspunkt für jegliche sexuelle Aktivität, steuert die Libido, die Erektion, die Ejakulation und den Orgasmus.

Ein Satz, eine Erinnerung, ein bestimmter Duft oder eine Stimme genügen prinzipiell, um den darauf folgenden Mechanismus in Gang zu setzen. Das Gehirn veranlasst, dass Botenstoffe, so genannte Neurotransmitter, freigesetzt und über Nervenbahnen ins Rückenmark transportiert werden. Dort, auf Höhe der Lenden, gibt es zwei unabhängig agierende Zentren, in denen diese Impulse ankommen: das psychogene Zentrum und das reflexogene Zentrum. Ersteres wird bei aktiv wahrgenommenen Impulsen aktiv, letzteres ist beispielsweise für nächtliche Erektionen verantwortlich.

Von dort aus geht der sexuelle Impuls für die Erektion weiter hinunter bis zum Beckenboden. Die Neurotransmitter treffen so genannte Nerventerminals in den unzähligen glatten Muskelzellen im Schwellkörper. Der Reizimpuls löst eine komplexe biochemische Reaktion aus.

In der Folge weiten sich die Muskeln im Schwellkörper, sehr schnell kann sehr viel Blut in die Schwellkörper einfließen, staut sich dort, es kommt zur Erektion des männlichen Gliedes. Die Komplexität des Systems macht es auch sehr störungsanfällig. Neuere Behandlungsmethoden versuchen direkt in die biochemischen Prozesse einzugreifen, damit ein sexueller Reiz auch zur Erektion führt. Der Reiz selbst ist allerdings Voraussetzung.

BIOLOGIE

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