Zeitung Heute : Wie kleine Vorgärten ganz groß rauskommen Die Mischung von Farben und Formen macht’s

Foto: Tassilo Wengel
Foto: Tassilo Wengel

Vorgärten kann man getrost auch als Visitenkarte des Hauses bezeichnen. Gepflegt vermitteln sie auf alle Fälle einen besseren Eindruck als eine wüste Fläche. Es ist es gar nicht so schwierig, mit geringem Aufwand einen hübschen Vorgarten zu gestalten. Vor allem dann, wenn es sich um schmale Vorgärten handelt, bieten sich interessante Lösungen an. Als schmale Vorgärten gelten Pflanzstreifen vor dem Haus bis etwa drei Meter Breite. Sie lassen sich leicht gestalten und erfordern außerdem keinen sehr großen Aufwand in der Pflege. Da die Lichtverhältnisse für die Pflanzenwahl entscheidend sind, sollte man die Lage beachten.

Für Vorgärten in Nord-, Ost- oder Westlage empfehlen sich Pflanzen, die Schatten vertragen. Wenig Pflegeaufwand erfordern apart wirkende Nadelgehölze, wobei sich in schmalen Vorgärten Säulenformen anbieten, aber auch kegelförmig wachsende Sorten von Scheinzypressen (Chamaecyparis), Wacholder (Juniperus) oder Eiben (Taxus) können empfohlen werden. Sind die Vorgärten breiter, dann lassen sich verschiedene Nadelgehölzformen und grüne, blaue sowie gelbe Sorten sehr apart kombinieren.

Um den Pflegeaufwand gering zu halten, empfehlen sich vor allem Bodendecker. Auch dicht stehende Polsterpflanzen bedecken den Boden ausreichend.

Als immergrüner Strauch eignet sich der Runzelblättrige Schneeball (Viburnum rhytidophyllum) sehr gut für eine Einzelstellung im schmalen Vorgarten. Den großen weißen Blütendolden im Mai und Juni folgen anfangs rote, später schwarze Früchte im Herbst, die sich bis in den Winter hinein an der Pflanze halten. Sommergrün ist die Gemeine Felsenbirne (Amelanchier ovalis), die nur drei Meter hoch wird und sich im Mai üppig mit weißen Blüten schmückt.

Auch die Zimterle oder Scheineller (Clethra alnifolia) hat aufrecht stehende Blütenrispen, die sich allerdings erst von Juli bis September entfalten. Wegen der Blüte im Spätsommer recht wertvoll und mit etwa drei Meter Höhe bestens im kleinen Vorgarten geeignet. Auch Hortensien, vor allem die Wald-Hortensien (Hydrangea arborescens) mit ihren weißen Blütenbällen und die Raue Hortensie (Hydrangea aspera) mit ihren blauen oder rosalilafarbenen tellerförmigen Blütenständen sind gut geeignet. Eine sehr attraktive Staude für kleine schattige Vorgärten ist der Waldgeißbart (Aruncus dioicus). Er wird bis zwei Meter hoch und entfaltet im Juni und Juli zahlreiche weiße Blüten, die in lockeren aufrechten, bis 50 Zentimeter langen Rispen zusammenstehen. Obwohl die Pflanze an den Boden keine großen Ansprüche stellt, verlangt sie eine gewisse Bodenfeuchtigkeit. Als Bodendecker bieten sich Ysander (Pachysandra terminalis), Elfenblumen (Epimedium-Hybriden), Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum) oder Golderdbeeren (Waldsteinia geoides) an. Auch das Immergrün (Vinca minor) ist für schattige Vorgärten ebenso geeignet wie der Efeu (Hedera helix), der in wenigen Jahren einen dichten Teppich bildet. Da es zahlreiche Sorten mit unterschiedlichem Laub gibt, lassen sich hiermit interessante Effekte schaffen. Infolge seiner Wuchskraft kann er auch gut für breitere Vorgärten benutzt werden. Ein Blütenmeer besonderer Art lässt sich mit Sorten der niedrigen Kurume-Azaleen (Rhododendron-Kurume-Hybriden) schaffen, die zur Blütezeit mit weißen, rosafarbenen oder roten Blüten bedeckt sind.

Sehr reizvoll ist eine Zwischenpflanzung von Farnen, die zwischen den Bodendeckern emporsprießen. Empfehlenswert sind Straußfarn (Matteucia struthiopteris), Lanzenfarn (Polystichum lonchitis) oder Schildfarn (Polystichum setiferum), wobei von Letzterem zahlreiche schöne Sorten mit interessanten Wedeln im Handel angeboten werden. Hierzu gehört der Flaumfeder-Filigranfarn (Polystichum setiferum ,Plumosum Densum’).

Auch die Kombination von Bodendeckern oder Polsterstauden mit höheren Arten wie zum Beispiel Funkien (Hosta) schafft interessante Bilder. Gerade die Funkien sind als Blattschmuckstauden in riesiger Sortenvielfalt erhältlich, deren Blätter in den unterschiedlichsten Variationen grün-weiß oder grün-gelb panaschiert sind, auch blaublättrige und gelbblättrige Sorten gibt es. Dagegen sind Prachtspieren (Astilben) vor allem recht aparte Blütenstauden, die locker aufgebaute weiße, rote oder rosafarbene Blütenstände bilden und je nach Sorte Höhen zwischen 30 und 90 Zentimeter erreichen. Kombiniert man sie mit dem Gelben Lerchensporn (Corydalis lutea), lassen sich reizende Bilder schaffen. Der Gelbe Lerchensporn ist eine ideale Pflanze für solche Vorgärten, da er vom Frühsommer bis zum Frosteintritt ununterbrochen seine gelben Blüten entfaltet.

Für Vorgärten in sonniger Lage, wie sie an der Südseite des Hauses anzutreffen sind, gibt es auch eine reiche Auswahl schöner Pflanzen. Im zeitigen Frühjahr öffnen bereits die Magnolien ihre großen Blüten. Neben der häufig anzutreffenden Tulpen-Magnolie (Magnolia x soulangiana), die recht groß wird und in zahlreichen Sorten mit verschiedenen Blüten von Weiß bis Purpurn angeboten wird, ist vor allem die Purpur-Magnolie (Magnolia liliflora ,Nigra’) zu empfehlen. Sie wird nur drei bis vier Meter hoch.

Prachtvoll ist auch die Chinesische Radspiere (Exochorda racemosa), die im Mai ihre weißen Blüten öffnet. Die Pflanze wird drei bis vier Meter hoch und fällt durch eine Fülle weißer, weit geöffneter Blüten auf. Sie erreichen einen Durchmesser von vier Zentimetern und sitzen zu sechs bis zehn in attraktiven Trauben zusammen. Tassilo Wengel

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar