Zeitung Heute : Wie Künstler am Ball bleiben

Mehr wissen: Das Zentralinstitut für Weiterbildung

Janelle Dumalaon

„Berlin bleibt nie Berlin – dieser Spruch aus der Werbung hat auch eine Bedeutung für die Kreativwirtschaft: Wissen, Techniken und Können müssen ständig aktualisiert werden.“ Professor Thomas Schildhauer, Geschäftsführender Direktor des Zentralinstituts für Weiterbildung (ZIW) an der UdK Berlin, ist überzeugt davon: „Das Stichwort ist lebenslanges Lernen. Weiterbildung wird auch für Künstler immer wichtiger.“

Genau das bietet das ZIW an. Unter seinem Dach finden sich seit 2007 die Weiterbildungsangebote der vier künstlerischen Hochschulen Berlins gebündelt: der Universität der Künste Berlin, der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, der Kunsthochschule Weißensee und der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Von den neun weiterbildenden Masterstudiengängen an künstlerischen Hochschulen, die es in Deutschland gibt, sind sechs am ZIW angesiedelt: Leadership in Digitaler Kommunikation, Musiktherapie, Sound Studies/Akustische Kommunikation, Kulturjournalismus sowie Kunsttherapie und Raumstrategien. Außerdem bietet das ZIW eine Reihe Weiterbildungsprogramme wie Sommeruniversitäten und Zertifikatskurse an.

Dass Bedarf an Weiterbildung für Kreative besteht, steht außer Frage. Anfang dieses Jahres veröffentlichte das ZIW eine Studie zum Weiterbildungsbedarf in der Kultur- und Kreativwirtschaft Berlins. Mit der Unterstützung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen wurden 326 erwerbstätige Personen aus Kunsthochschulen, Medienagenturen sowie anderen Branchen der Kulturindustrie befragt, in welchen Feldern sie Weiterbildungsbedarf sehen. Sie nannten am häufigsten: Fremdsprachen und Urheberrecht, Marketingfähigkeiten und ein Verständnis für die Bedeutung der digitalisierten Zukunft für künstlerische Karrieren.

Ein gutes Beispiel dafür ist der aus den Erkenntnissen der Studie entwickelte Zertifikatskurs DigiMediaL. Der Kurs qualifiziert Musiker in Marketingstrategien in digitalen Medien. „Normalerweise lernen Musikstudierende strategisches Musikmarketing nicht“, sagt Projektmanagerin Susanne Hamelberg. „Aber Selbstvermarktung und berufliche Schutzrechte sind wichtige Teile ihres Lebens. Im Kurs lernen sie, das Potenzial des Internets optimal zu nutzen: Selbstvermarktung über MySpace oder facebook wird professionell geplant und erprobt.“

Wie alle neuen Weiterbildungsangebote des ZIW musste der DigiMediaL-Zertifikatskurs eine Pilotphase erfolgreich bestehen. „Danach wird ein Programm evaluiert, damit wir wissen, ob wir mit dem Kurs weitermachen können“, sagt Professor Schildhauer. „Wichtig ist, dass die Kurse den Bedürfnissen unserer Zielgruppen entsprechen und nützlich sind in einem Markt wie Berlin, wo eine harte Konkurrenz herrscht. In der Hauptstadt Deutschlands, wo sich alles schnell entwickelt, brauchen kreativ Schaffende erstklassige universitäre Weiterbildungsangebote.“

Während des Rundgangs präsentiert das ZIW u. a. das Projekt DigiMediaL im Foyer der Alten Bibliothek (Raum 101) in der Hardenbergstraße 33.

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