Zeitung Heute : Wie man beim Fondskauf spart

Gebühren senken, Rabatte aushandeln, online kaufen – eine Übersicht

Veronika Csizi

Wer die Wertentwicklung eines Aktienfonds zurück verfolgt, muss genauer rechnen, als die Ranglisten glauben machen. Der Grund dafür sind die Ausgabeaufschläge, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufswert des Fonds. Im Schnitt liegen diese Zusatzkosten bei rund fünf Prozent, manche Fondsgesellschaften verlangen nur vier, andere dafür über sechs Prozent.

Was bei längerer Anlagedauer und kräftiger Wertentwicklung des Fonds weniger ins Gewicht fällt, wirkt sich kurzfristig für den Anleger negativ aus. Ein Beispiel: Von den 5,1 Prozent, die der DWS-Fonds Vermögensbildung I auf Jahressicht erwirtschaftet hat, bleiben nach Abzug des Ausgabeaufschlags kärgliche 0,1 Prozent Rendite übrig. Oder: Legt ein Fonds über fünf Jahre hinweg je sieben Prozent zu, so bleiben dem Anleger nach Abzug des Ausgabeaufschlags nur sechs Prozent Rendite. Hinzu kommen Managementgebühren – sie liegen in der Regel bei 1,5 Prozent – die direkt vom erwirtschafteten Erfolg abgezogen werden und im Tagespreis des Fonds einkalkuliert sind.

Auch Verwaltungs- und Management-Gebühren, von den Fondsgesellschaften unter der Abkürzung TER veröffentlicht, wollen berücksichtigt sein. Denn manche Anbieter haben diese Kosten – die einzigen, an denen sie verdienen, denn die Ausgabeaufschläge gehen meist als Provision an die Vermittler und Makler – in den letzten Jahren oft drastisch erhöht, teilweise sogar um das Dreifache.

Doch beim Fondskauf können Anleger leicht Geld sparen. Zahlreiche Fondsvermittler, Direktbanken und Discountbroker bieten eine große Palette an Investmentfonds mit deutlich reduziertem oder sogar ganz ohne Ausgabeaufschlag an. Der Nachteil: Eine Beratung erhält der Anleger hier selten.

Schwer fallen Ausgabeaufschläge vor allem bei Fonds-Sparplänen ins Gewicht, da sie ja bei jeder Sparrate neu bezahlt werden müssen. Ein Rechenbeispiel macht das deutlich: Spart ein Anleger jeden Monat 100 Euro in einem Fonds, der jährlich acht Prozent abwirft, so verfügt er nach zehn Jahren bei einer Kaufgebühr von fünf Prozent über 13945 Euro. Liegen die Kosten nur bei 2,5 Prozent, summiert sich der Spar-Plan hingegen auf 15836 Euro. Ganz ohne Gebühren wären es sogar 18012 Euro. Über 20 Jahre hinweg wird das Ergebnis noch deutlicher: Statt 42887 Euro (2,5 Prozent Kosten) verfügt der Sparer bei fünfprozentigen Gebühren nur über 32685 Euro, bei gleicher Wertentwicklung des Fonds. Sparpläne profitieren zwar weniger vom Zinseszinseffekt, haben jedoch gegen Einmalanlagen einen großen Vorteil: Durch den so genannten „Cost-Average-Effekt“ kauft der Anleger, der monatlich eine fixe Summe investiert, in starken Börsenphasen automatisch weniger Anteile eines Fonds, in schwachen Zeiten jedoch mehr. Er handelt damit automatisch antizyklisch.

Die Suche nach einem günstigen Anbieter lohnt sich also. Die höchsten Rabatte bieten meist Fondssupermärkte oder Fondsvermittler an. Das 2002 eröffnete „Fundnetwork“ der Fondsgesellschaft Fidelity etwa bietet eine reichhaltige Fondspalette mit 50 Prozent Discount an, verlangt allerdings bei Sparplänen zwölf Euro Gebühren pro Jahr. Dima24 verkauft „annähernd alle Investmentfonds“ mit nur 1,5 Prozent Ausgabeaufschlag, dafür werden 33 Euro Depotgebühr pro Jahr fällig. Das „Happydepot“ verzichtet, ohne Beratung, dafür ganz auf den Aufschlag und die Depotgebühr. Finanzoptimierung.de gewährt auf Sparpläne 100 Prozent Abschlag bei den Ausgabeaufschlägen. Dabei sind die Fonds-Plattformen im Internet keine Banken, arbeiten aber mit einer Depotbank zusammen. Das Geld ist damit ebenso sicher aufgehoben wie bei jeder Großbank. Eine Spar-Alternative sind auch Discountbroker wie die Direkt Anlage Bank, die Comdirect oder Cortal Consors.

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