Zeitung Heute : Wie man Darmkrebs behandelt

Der Tagesspiegel

Darmkrebs ist heilbar, wenn er frühzeitig erkannt wird. Und wenn die Krankheit doch auftritt, lässt sie sich heute viel erfolgreicher und zudem schonender behandeln als früher. Das ist die Botschaft der Spezialisten an die Öffentlichkeit. „Die Leute setzen Darmkrebs noch immer mit künstlichem Ausgang und Metastasen gleich“, sagt der Berliner Chirurg Peter Schlag. Aber neun von zehn Betroffenen kann man heute so operieren, dass der natürliche Darmausgang erhalten bleibt.

Patienten müssen sich also die richtige Klinik suchen. Beim „Krankenhaus um die Ecke“ bekommen leider noch immer 47 Prozent der Patienten einen künstlichen Ausgang, wie der Heidelberger Chirurg Christian Herfahrt auf Grund von Studien berichtet. Die Krebsspezialisten hoffen jedoch, dass sich die Lage mit der neuen Vergütungsordnung für die Kliniken im Sinne einer gleichmäßig guten Patientenversorgung ändern wird, weil die Krankenkassen dann mehr auf die Qualität achten werden.

Auch bei der Strahlentherapie geht man heute viel behutsamer vor, ebenso bei der Chemotherapie. Laut Wolff Schmiegel, Magen-Darm-Spezialist in Bochum, versucht man zum Beispiel, eine Chemotherapie nach der Operation all jenen Darmkrebspatienten zu ersparen, denen sie keinen Nutzen bringt - eine Frage der differenzierten Diagnostik. Übrigens: Wer aus einer „Krebsfamilie“ kommt, kann sich auch als Gesunder in verschiedenen, von der Deutschen Krebshilfe eingerichteten Zentren auf eigene genetische Belastung untersuchen und beraten lassen. R.St.

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