WIE MAN SCHMERZEN BEHANDELT : Arsenal gegen das Leiden

Die Qualitätssicherungsvereinbarung der Kassenärztlichen Vereinigung schreibt vor, Schmerztherapeuten müssen fünf Standardbehandlungen beherrschen:

1) Arzneimitteltherapie zur Linderung der Beschwerden (etwa mit Schmerzmitteln)

2) Örtliche Betäubung

3) Psychosomatische Therapie (wo körperliche Ursachen des Schmerzes fehlen)

4) Stimulationstechniken (unter anderem mit Reizstrom, dabei werden feinere Nerven, die der Schmerzübertragung dienen, blockiert)

5) Einleitung und Koordination von Psychotherapien

Darüber hinaus müssen die Mediziner mindestens drei der folgenden zwölf fakultativen Behandlungsverfahren anbieten:

1) Manuelle Untersuchungs- und Behandlungsverfahren (zum Beispiel Physiotherapie zur Linderung von Gelenkschmerzen)

2) Physikalische Therapie (wie Wechsel- oder Moorbäder oder Fangopackungen)

3) Hypnose

4) Neurolyse (also die medikamentöse Verödung von schmerzübertragenden Nerven)

5) Sympathikusblockaden (das ist die Blockierung eines Teils des vegetativen Nervensystems mithilfe eines in die Venen an der Schmerzregion gespritzten Medikamentes; dadurch wird die Durchblutung dort verbessert und der Schmerz gelindert)

6) Rückenmarksnahe Opioidapplikation (dabei werden die Schmerzmittel mit einer Minipumpe direkt in die Nähe des Rückenmarks gebracht, was deren Wirksamkeit bei geringerer Dosis erhöht)

7) Therapeutische Leitungs-, Plexus- und rückenmarksnahe Anästhesien (medikamentöse Blockade der Schmerzübertragungswege)

8) Übende Verfahren (wie zum Beispiel autogenes Training, um mit dem Schmerz leben zu können)

9) Ernährungsberatung

10) Minimalinvasive Interventionen und

11) Operative Therapie (bei beiden Verfahren geht es um die chirurgische Unterbrechung der Schmerzübertragung, zum Beispiel durch gezielte Kälte- oder Hitzeeinwirkung auf den betroffenen Nerv oder auch dessen Durchtrennung. Diese radikalen Verfahren werden in der Regel erst dann eingesetzt, wenn andere Methoden versagen)

12) Entzugsbehandlung bei Medikamentenabhängigkeit (denn gerade durch eine lang anhaltende medikamentöse Schmerzunterdrückung können wiederum neue Schmerzen ausgelöst werden)I.B.

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