Zeitung Heute : Wie Pipelines funktionieren

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Pipelines befördern Rohöl von den Förderorten bis zu den Raffinerien oder Mineralölprodukte, also Endprodukte wie Benzin von den Raffinerien bis zum Händler. Bis heute wurden weltweit mehr als 1,6 Millionen Kilometer verlegt. Die allgemeine Kostenschätzung lautet: 50 Cent pro Millimeter Durchmesser und Meter Entfernung – also kostet beispielsweise ein Kilometer einer Pipeline mit einem Durchmesser von einem Meter 500 000 Euro.

Pipelines bestehen aus aneinandergeschweißten Stahlrohren, die einen Durchmesser von bis zu 1,20 Meter haben können. Der Spezialstahl wird vor allem gegen Korrosion behandelt. Die Wanddicke liegt zwischen 7,6 Millimeter und maximal drei Zentimetern, mehr ist technisch nicht machbar – was es wiederum ermöglicht, Pipelines mit einer herkömmlichen Bohrmaschine anzuzapfen. Grundsätzlich richtet sich die Wanddicke danach, ob die Pipeline durch Permafrostgebiete oder Wüstensand führt oder unter Wasser liegt, auch danach, ob sie das dickflüssige Rohöl oder die dünnflüssigeren Produkte transportieren. Es gilt: Je höher die Menge, desto höher der Druck, desto dicker die Wände.

Aus Tanklagern gelangt das etwa 60 Grad warme Öl in die Kopfstation der Leitungen und wird mit Pumpen weiter befördert. Mit etwa fünf Stundenkilometern fließt es dann dem Bestimmungsort entgegen. Im Lauf der Zeit setzen sich Paraffine an der Rohrwand ab, was dazu führt, dass die Flüssigkeit langsamer fließt. Dann werden Molche eingesetzt, Reinigungsgeräte mit Bürsten oder Schabern, die mit einer ÖlPartie hindurchgeschickt werden. Es gibt auch Lecksuchmolche. rcf

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