Zeitung Heute : Wie sag ich’s meinen Gästen?

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Immer wieder sonntags fragen Sie Elisabeth Binder

Wir möchten den runden Geburtstag meines Mannes mit Freunden und Verwandten aus ganz Deutschland an einem langen Wochenende feiern. Da alle gut situiert sind, wollen wir die Übernachtungskosten nicht übernehmen. Ist das wohl allen klar? Oder wie kann ich das deutlich machen?

– Silke, wohlorganisiert

Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass sich niemand auch noch zu einer Hotelübernachtung eingeladen fühlt, wenn er zur Party kommen darf. Die Gefahr besteht aber leider doch, und seien Sie sicher, dass es auf jeden Fall diejenigen Gäste sind, die Sie sowieso etwas zähneknirschend eingeladen haben, die sie am ehesten auf der Rechnung sitzen lassen. Trotzdem ist es freundlich, ein oder zwei Hotels ausfindig zu machen, die schön, bezahlbar und auch mit einem etwas höheren Promillegehalt möglichst fußläufig zu erreichen sind. Die Hausprospekte (inklusive Preisliste!) dieser Hotels legen Sie den Einladungen an die auswärtigen Gäste bei. Klar, man kann so was heute auch einfach im Internet recherchieren, aber es wirkt fürsorglicher und gastfreundlicher, wenn Sie sich in dieser Hinsicht ein paar Gedanken machen.

Doch damit sind wir an der Grenze dessen, was Sie leisten müssen, definitiv angelangt. Das können Sie mit einer entsprechenden Formulierung in der Einladung auch unmissverständlich deutlich machen. Ungefähr so: „Wir sind gern mit Tipps zum Rundum-Programm behilflich. Für den Fall, dass Ihr noch kein Lieblingshotel in der Stadt habt, fügen wir Prospekte bei von Häusern, die für dieses Wochenende gut gelegen sind. Den Rest bitten wir Euch, in Eigenregie zu erledigen.“ Sollte dann wirklich eine Rechnung offen bleiben und bei Ihnen landen, können Sie sie getrost als Irrläufer an die betreffenden Gierhälse in der Verwandtschaft und Bekanntschaft weiterleiten. Wer selber so unsensibel ist, braucht auch nicht mit übertriebener Sensibilität behandelt zu werden.

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