Zeitung Heute : Wie verschwand Dani im Eis?

Er findet keine Ruhe: Seit 1985 sucht Peter Hirt seinen Sohn auf den Gletschern des Titlis. Zusammen mit seinem Freund war der Alpinist 800 Meter tief abgestürzt. Ein Schweizer Bergdrama.

Jürgen Schreiber

Bevor das letzte Bild von ihm entwickelt war, ist Daniel Hirt schon lange tot. Im Wohnzimmer des Gränicher Hauses (Kanton Aargau, Schweiz) legt der Vater das Foto seines verlorenen Sohnes auf den Tisch: Blende 8, Entfernung 25 Meter, der Alpinist nähert sich dem Gipfel des 3238 Meter hohen Titlis bei Engelberg. Vor der ins Blaue ausschreitenden Gestalt steigt die Firnkuppe sanft zum Horizont an. Doch der Weg führt ins Nichts.

Sein Begleiter Daniel Suter knipste ihn beim Aufstieg. Stunden später fegte ein Sturm die Tourengeher am 4.Januar 1985 über die Ostwand in den Tod. Ungebremst hinab in den Firnalpeligletscher, eine grässliche Tiefe von 800 Metern. Die Mitglieder des Alpenklubs Staufberg versanken in mannshohen Schneewehen fein wie Mehl.

Die Geschichte dieses Fotos ist die Geschichte von Peter Hirts vergeblicher Suche nach seinem Kind. 128 Mal graste der Vater seit der Katastrophe das Terrain ab, „ich gebe nicht auf, ich will ihn finden“. Nach Jahren sah er beim Herumstreifen etwas Rotes an einer Spaltenwand kleben, auf ihren Grund war nicht zu blicken. Es war Suters Rucksack, Hirt seilte sich ab, pickelte ihn frei. Die Kamera war darin, unversehrt, verpackt in Wäsche und Etui. Dem Film entstieg wundersamerweise sein toter Daniel – er stapft durch den unberührten Schnee. Es ist das einzige belichtete Negativ der Albtraum-Route, milchig vom Liegen im Eis. Peter Hirt hat einen postkartengroßen Abzug machen lassen. Das Foto bewahrt den Frieden einer anderen Welt. In Wirklichkeit ist er am äußersten Punkt seines Lebens angelangt. Oft und oft starrte der Vater auf den Schnappschuss, als fände sich hier eine Erklärung..

Bei ihrem Abschied lag nichts in der Luft außer der Verheißung, im Gebirge dem Alltag enthoben zu sein. „Ein schöner Donnerstag mit bester Wetterprognose“ sei es gewesen. Am nächsten Montag würden die Weihnachtsferien des 19-Jährigen enden. Die Sonne schien, versprach vom Titlis die gerühmte Fernsicht auf Matterhorn und Montblanc. Nicht mal im Unterbewusstsein streifte die Ahnung des Drohenden, wiewohl Kletterer darum wissen, dass Berge an die Begrenztheit des Menschen gemahnen. Er hört noch Daniels Frage, ob „der Vati“ wirklich nicht mitkommen wolle? Der Kunst- und Bauernmaler musste ins Atelier, „es geht mir heute einfach nicht“. Sein bei der Mutter wohnender Sohn ging mit dem Versprechen, sich am Freitagnachmittag zurückzumelden. „Der Anruf kam nie!“

Die gute Stube wird beherrscht von einem Gemälde des Segelschiffs „Virginia“ in schwerer See. Wanduhren ticken. Hirt holt eine Akte, streicht durchs dünn gewordene Haar, blättert die bedrückenden Einzelheiten des „Verschollenheitsverfahrens“ auf; eine amtliche Gebühr von 807,35 Franken machte seinen Sohn zum „nachrichtenlos abwesenden Daniel Hirt“. Wieder und wieder geht der Vater im Gespräch die Tragödie durch bis zum Punkt, an dem die sonst freundliche Höhe ins Mörderische kippte. Die oft besungene „Silberzacke“ ist für Alpinisten ein Spaziergang.

Die Schicksalsfrage

Am späten Nachmittag fuhren sie mit der Bahn hinauf zur Station Klein-Titlis, spurten sich über die Flanke den Weg zum Ziel. Dani hat Kästle-Skier mit Fellen angeschnallt, vom Vater beim Sportladen in Erlinsbach gekauft. Sie wollten ihr „leichtes Härtetraining“ absolvieren, waren bestens gerüstet. Dafür bürgte schon Peter Hirt, Perfektionist beim Malen und bei Expeditionen. Der Extremsportler ließ keine Zinne der Heimat aus, nahm die Eigernordwand trotz Blitz und Donner nonstop im Alleingang, war am Mount Everest. Er kontrollierte ihr Gepäck, „alles war in Ordnung“.

Die beiden Daniels hatten ein orangefarbenes Dunlop-Zelt mit, Eispickel, Schrauben, Karabiner, Kerzenlaterne, Taschenlampe, Verbandszeug, Isoliermatten. Sie schleppten Kocher, Geschirr, Verpflegung hoch, jeder mit zehn Kilo auf dem Buckel. Dani trug Handschuhe aus Wolle und welche aus Segeltuch, Rheumaunterwäsche, Socken, hohe und kurze, Mütze, Gamaschen. Hirts Aufzählung umfasst 35 Positionen.

Der Vater malt sich das Ende so aus: Kaum hatten sie in der Mulde ihr Biwak aufgeschlagen, eine Schneemauer gebaut, senkte sich Verlassenheit über das Plateau. Der Abend kam, auffrischender Wind ging in einen Sturm mit Spitzengeschwindigkeiten von 130 Stundenkilometern über. Wie lange mögen die jungen Männer, an den Boden geschmiegt, in der gesuchten Einsamkeit wach gelegen haben? Wie angespannt lauschten sie den unheimlichen Geräuschen, ohne zu ahnen, dass ihnen der Morgen die Nacht bringen würde?

Ach, wären sie im Zelt hocken geblieben, an dem Böen zerrten. „Es wäre nichts passiert“, meint Peter Hirt. Die Schicksalsfrage schwingt mit, ob die Burschen sich unter seiner Obhut ebenso im Wetter verloren hätten? Trotz beklemmenden Tosens in ausgesetzter Lage meinten sie, den Rückweg aus eigener Kraft zu schaffen, 15 Minuten zur Bergstation. Als die Elemente wieder schwiegen, lagen die Alpinisten zerschmettert am Fuß der Wand. Hirt zeichnet die Absturzstellen mit gestrichelter Linie auf der Landkarte ein.

Minus 30 Grad. Beim Packen sprang sie die schneidende Kälte an. „Vorher gab’s Nescafé.“ Keine Anzeichen von Panik beim Aufbruch gegen acht Uhr, will Hirt damit sagen. Suchtrupps fanden den Platz „schön aufgeräumt“. Augenzeugen gibt es nicht, laut seiner Rekonstruktion riss es zuerst Daniel Suter in den Abgrund, „es hat ihn förmlich weggeblasen“. „Die Kälte, ein so gewaltiger Sturz, Wahnsinn“, sagt Hirt und seufzt. Sein Dani ging voraus, muss den Entsetzensschrei des Freundes gehört haben. Da kehrte er um, das bewiesen die Spuren. Der Wind trieb auch ihn ins Gletschergrab. Dort liegt er bis heute.

Jeder Schritt am Titlis ist für den Vater ein Eintauchen in das Vergangene. Es gibt kaum noch einen Weg ohne den Sohn. Gebunden an den Unglücksort, macht er in Gedanken den Gletscher zur Kulisse ihrer Begegnungen, Sinnbild für das verlorene Glück. Tatsächlich ein Schauerfeld, von Nord nach Süd hingegossen, 60 und mehr Meter tiefe Spalten. Jahr um Jahr suchte er unter Lebensgefahr jede Rinne ab, hielt, an Seil und Haken hängend, Ausschau nach den Verunglückten. Denn er möchte den Kreis schließen, indem er seinen Einzigen heimholt, „ich kann erst ruhig werden, wenn ich ihn gefunden habe“. Als ließe sich mit den sterblichen Überresten zugleich ein verborgener Sinn im Unfassbaren entdecken. Daniel solle verbrannt, die Asche auf dem Berg verstreut werden, „seinem Friedhof. Er gehört dorthin, oder?“ Auf Gränichens Gottesacker erinnert eine Namensplatte an ihn. Stiefmütterchen, gelbe, blaue.

Seitdem der Klempnerstift auf so schreckliche Weise umkam, kehrte der Vater nie mehr in die übliche Ordnung zurück. Die Zeit erstarrte. Zwar zeugt sein Atelier von Kreativität und tätigem Leben. Aber die Melancholie löst und löst sich nicht auf, Gram blieb in seinem Gesicht. Hirt restauriert Möbel, kopiert Gemälde Rembrandts und Monets, brachte es zu einer erstaunlichen Meisterschaft. Unter den Bergmotiven sticht sein Titlis-Bild heraus, eine Ansicht bei Sonnenaufgang, die Klüfte in Oxidrot getaucht, als brenne Feuer auf den Felsen. Daniels Tod fehlt in seinem Werk, „ich bin nicht so weit, dass ich das könnte“.

Vielleicht, weil er sein eigenes Getriebensein hinterfragen müsste. Verbindet sich im Innersten heute doch damit der stille Vorwurf, warum ihn bei halsbrecherischen Touren der Tod stets verschmähte, der dem Jungen vorbestimmt war. Oder ob Daniels Unglück womöglich im Vater begründet sein könnte. Der ist ein Grenzgänger, gehärtet in Routen bis Schwierigkeitsgrad 5, magnetisch angezogen von den Kältepolen in Nord und Süd. „Oft genug schon hatte ich einen Schutzengel an der Seite.“

Durchdrungen von seiner Mission, kehrte der 62-Jährige heuer fünfmal zum Schicksalsberg zurück. Vor dem Anstieg wirbt linker Hand das Restaurant „Wasserfall“ mit „reellen Getränken“, rechter Hand kommt spektakulär die Ostwand ins Blickfeld. Er wählt den Weg über den 1165 Meter hohen Herrenrüti, ein zweistündiger Marsch zum Gletscher. Im Gelände springt die weiß-rot-weiße Markierung hügelan, zum Juni blühen Alpenrosen und Enzian im bald unwegsamen Gelände. Hirts Gefühlsstrom fließt aufwärts, während er sich oft und oft vorsagt, die beiden hätten nicht leiden müssen, als die übermächtige Natur sie holte. Er hat das Bild des unsagbar Weißen vor Augen, der immer wieder lockenden Spitze. „Dani hat immer gestoßen, Vati komm mit!“ Sommers, winters, er konnte nicht genug kriegen vom Draußen. Peter Hirt erfüllte mit Stolz, dass der ganz auf ihn heraus kam, seine Leidenschaft erbte. Man kann lange rätseln, was die Faszination ausmacht, das Versprechen einer Freiheit auf den Gipfeln, das Gefühl unendlicher Leichtigkeit bei der Rückkehr ins Tal.

Wenn Dani ein Vorbild hatte, dann gewiss den Papa, der ihn sachte an eisige Höhen heranführte. Zuerst wanderten sie im Jura, dann stand der Siebenjährige auf dem Bettmerhorn. Im Wallis ging’s auf das Alalinhorn, Daniels ersten Viertausender; bis zum Tod hatte er 26 solcher Riesen erklommen. Er war ein Naturbursche mit auffallenden Blondlocken, sportiv, gämsengleich unterwegs. Eines Tages würde er den Vater nach Nepal begleiten. Auch auf den Mount McKinley. Von der Expedition brachte der Papa ihm die fellgefütterte Jacke mit, die er am Titlis trug. Der Polizeibericht – „betrifft zwei vermisste Personen“ – erwähnt: „Auf Jacke Reklame aufgenäht, Hudson Air Glacier, Hall Talkitna-Alaska.“ Hätten sie es als schlechtes Omen nehmen müssen, dass im Jahr davor am McKinley Hirts Führer zu Tode gestürzt war?

Unter einer Dachschräge im Atelier, neben Bauernschränken mit heiteren Blumenmotiven, legte Hirt einen merkwürdigen Schrein an. Darin all die Sachen, die sich im Schatten des Titlis fanden. Ozonloch, Klimawandel, der Gletscher pulsiert, kriecht, schmilzt. Am Firnalpeli ist die Eiszeit in 20 Jahren vorbei, meinen Experten. Der Berg gibt frei, was er verschlang. Skier, Stöcke, Schlafsäcke der Daniels. Ein Schuh, rot mit Schwarz kam heraus, ihr Zelt, akkurat verschnürt mit weißem Bändel. Onkel Kurt gebraucht es wieder. Jüngst barg man besagte Alaska-Jacke nebst der von Suter. Hirt breitet sie aus, „Exklusiv big sport“ steht darauf.

Echoraum der Gefühle

In der Werkstatt hängt ein Foto der Bergsteiger; im Jahr vor dem Tod beim Picknick auf dem Pilatus aufgenommen. Links Dani in Kniebundhosen, rechts Suter mit gestricktem Pulswärmer am rechten Handgelenk. Auf dem nackten Oberkörper eine Goldkette mit Zwillingssymbol. Beides half Ende August bei der Identifizierung, Hirt hatte im kalten Stein einen gespaltenen Schädel entdeckt, Rumpfteile, blanke Beinknochen. In der Nähe lag ihr Autoschlüssel, im Geröll steckte ein Innenschuh. „Ich war sprachlos. Wie angemauert stand ich da und dachte, ist das mal mein Sohn gewesen? Das ist unser Daniel!“

Das Wenige, was für die Rechtsmedizin einzusammeln war, stammte laut DNS-Analyse von Suter. Mehr war nicht übrig vom 23-jährigen Autoelektriker, den das polizeiliche „Signalement“ als 173 Zentimeter groß beschrieb, „Augen braun, Nase gerade, Gesicht volle Wangen, gesundfarbig“. Die Eltern gedachten seiner mit dem wunderbaren Psalm 103: „Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde. Wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr.“

Es war ein denkwürdiger Aufstieg gewesen. Mittwoch, 27. August 2003, Hirts 126. Suche. Sonst wird ihm der Tritt schwer, diesmal stieg er „ohne Gefühl von Müdigkeit, wie von einer Hand hochgehievt“, zur Eislandschaft, trügerisch verlockend, silbrig-bläulich im Licht. Nach dem Knochenfund musste er sich 15 Minuten fassen für den Rückmarsch. Abwärts war es ihm, „wie wenn mich jemand runtergetragen hätte“, er weiß nicht wie. Bedächtig kommen diese Sätze, die immer vom Unbewältigten berichten. Man hat sogar den Eindruck, er trete in Verbindung mit dem Vermissten. So wie er „am Tag träumend mit ihm Kontakt hat“, sobald er Aufstiege unter die Füße nimmt. Im Banne übermächtiger Erinnerung versinke er in meditative Zwiesprache mit dem Sohn. Seltsam, während er sein Verlustempfinden schildert, entziffert man auf der Kommode den Spruch: „Gott will mir geben/gesund und langes Leben.“

Hirts Wohnzimmer verwandelt sich im Laufe der Stunden in einen Echoraum der Gefühle. Der stolze Papa bringt Daniels aus Zündhölzern gebaute Stadel. Basteln sei ihm neben Klettern das Liebste gewesen. Die letzte Arbeit, ein getreuer Nachbau der portugiesischen Fregatte „Santa Maria“ sei nicht fertig geworden. Er ist sonst nicht der Mann, Emotionales zu schildern, gar die Not des Moments, da sich ihm das Herz zusammenzog. Denn ihn hatte beim Blick aus dem Fenster schlagartig die Sorge überfallen: „Wie sieht es am Titlis aus, wenn es bei uns im Flachen wie verrückt schneit und stürmt?“ Hirt telefonierte mit der Polizei Engelberg, erhielt die Auskunft, ihr BMW AG-196215 parkiere unten, droben blase heftigster Wind. Heute könne nichts mehr unternommen werden.

Der Vater legt einen achtseitigen Bericht über das Unglück hin, als Versuch zu lesen, die eigene Verzweiflung zu bannen. In altmodischer Manier hebt er an. „Ich, Peter Hirt, gelte als erfahrener Berggänger.“ Der ganze Jammer hallt darin nach: wie Hirt am Abend die in der „Linde“ tagenden Kameraden vom Alpenklub ins Bild setzte. Wie man beschloss, am Morgen, 6 Uhr, gen Engelberg zu starten. Wie die marternde Nacht kein Ende nahm, die Fahrt endlose fünf Viertelstunden dauerte.

Auf dem Titlis lag die Temperatur nunmehr bei minus 32 Grad. Der Himmel rein gefegt, der Biwakplatz leer. Die Gesuchten könnten in einer Hütte untergekrochen sein, hieß es. Man entdeckte Skistöcke und eine Schleifspur in der Ostwand, dem Vater „erblasste die Hoffnung, sie noch lebend zu finden“. Er wollte Gewissheit über ihr Schicksal, inspizierte wagemutig die Rutschstellen, erkannte, Dani müsse, schon von der Tiefe angesaugt, auf dem Rücken liegend Halt gesucht haben. Das Gesehene presste sich ihm wie eine Versteinerung ins Gedächtnis. Es gab keine Rettung, sondern am Ende die Prozession ermatteter Pistenpatrouilleure und Hundeführer sowie die in Trauerrand gesetzte Nachricht im Lokalblatt: „Der Titlis behielt junge Bergsteiger.“

Still, vom weichen Schnee umgeben

Noch in dem schrecklichen Jahr bilanzierte er das Drama nach Soll und Haben. „Kassabuch-Suchaktion Titlis 85“ steht auf dem DIN-A-4-Heft, als könnte die Buchführung einigermaßen Ordnung ins Gefühlschaos bringen: Am 4. Januar trägt er in seiner Malerschrift zwölf Franken für Telefonate mit Engelberg ein. Für „5 Fahrten auf den Titlis“ fallen 175 Franken an; zehn Tage darf er die Bergbahn zum halben Preis benutzen. 640 Franken gab er am 12.Januar für Helfer aus, 550 für den Heli-Einsatz, 472,50 für die Todesanzeige im „Aargauer Tagblatt“. Von Danis Sparbüchlein bleiben 3400 Franken, an Spenden kommen 850 herein. Die ganze Suche kostete 22204 Franken.

Treffen mit dem Engelberger Polizisten Hans von Rotz. 40 Jahre Dienst, kein Mord, aber 50 Abstürze. Er leitete die Suche, führt am Abend ins Gelände: Über dem Titlis steht hell und klar der Kleine Wagen, die Kante der Ostwand tritt scharf umrissen hervor. Ein Schattenriss, bedrohlich, majestätisch: Raum, Zeit, Liebe, Schmerz, unter dem schön bestirnten Himmel sind die Toten unendlich fern und doch unendlich nah.

Erst jetzt verstand man, was Daniel Hirt zu Ehren in Danksagungen geschrieben stand, niemand liest es ohne innere Berührung: „Frohgemut“ habe er diese seine letzte Tour unternommen: „Still, vom weichen Schnee umgeben“, ruhe er in seinen geliebten Bergen.

An Jahrestagen bringt der Vater ihm Blumen hinauf, rosa Rosen der Sorte „Queen Elizabeth“, Goldsturm-Astern. Oben stehend, blickt er ins Rund. Der, nach dem er sich so sehr sehnt, kehrt nicht zurück.

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