Zeitung Heute : Wie viel Sterne gibt es?

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Eins: Sirius. Zwei: Canopus. Drei: Toliman. Vier: Arktur. Fünf: Wega. Man müsste lange zählen, wollte man alle Sterne ihrer Helligkeit nach oder sonst wie ordnen. In einer klaren Dezembernacht können wir außerhalb der Stadt mit bloßem Auge ein paar tausend Sterne am Himmel sehen. Mit einem guten Feldstecher kommen wir bereits auf mehr als einige Hunderttausend Sonnen. Doch funkeln allein in der Milchstraße 100 Milliarden Sterne. Oder mehr.

In Anbetracht der ungeheuren Größe der Milchstraße ist das ziemlich wenig. Das Weltall ist nahezu leer. Die Sterne liegen weit auseinander. So weit, dass wir bisher nicht einmal unsere nächste Umgebung gut kennen.

Erst kürzlich hat Wei-Chun Jao von der Universität Georgia in Atlanta 26 neue Nachbarn der Sonne entdeckt. Einige davon wohnen direkt nebenan im kosmischen Hinterhof, so der Stern Denis 1048-3956. Er ist einer jener langlebigen roten Zwergsterne, die im Weltall besonders häufig sind, etwas kleiner als unsere Sonne, aber auch sie zählen mit.

Wissenschaftler haben immer wieder versucht, die Zahl der Sterne abzuschätzen, was wegen der Ausmaße der Galaxien sehr schwierig ist. Vom Zentrum der Milchstraße bis zur Erde sind es einige hundert Billiarden Kilometer, und die Galaxis erstreckt sich weit über unser Sonnensystem hinaus. Sie ist außerdem nur eine unter Abermilliarden Galaxien.

Trotzdem gibt es grobe Schätzungen der Anzahl der Sterne. Der australische Astronom Simon Driver hat die Leuchtkraft aller Galaxien in dem für uns sichtbaren Teil des Weltalls ermittelt und daraus eine Schwindel erregende Zahl von Sternen abgeleitet. Er glaubt, dass es im Universum mehr Sterne gibt als Sandkörner an den Stränden und in den Wüsten der Erde, denn er ist auf eine Zahl von 70000000000000000000000 Sternen gekommen, in Worten: 70 Trilliarden Sterne. Und das nur in dem kleinen Ausschnitt des Kosmos, den wir beobachten können. tdp

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