Zeitung Heute : Wie viel Zeitgeist braucht die CDU?

Prominente CDU-Mitglieder diskutieren, wie die Partei erneuert werden soll

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„Die Tatsache der Wahlniederlage der CDU wird heute, sieben Wochen nach dem Wahltag, zunehmend verdrängt. Doch so wichtig ein Blick nach vorne sein mag, so unverzichtbar ist auch eine eingehende Analyse der Gründe für das Nichterreichen eines Ergebnisses von 40 plus X Prozent.“

Aufruf junger Parteimitglieder

„Aus meiner Sicht sind Wahlanalysen und Strategiedebatten kein Gegenstand von EventManagement, wie es auf Parteitagen zum Tragen kommt.“Roland Koch,

Ministerpräsident Hessen

„Was die jungen Menschen in diesem Land bewegt, das ist die Frage, wie sie in ein paar Jahrzehnten leben werden. Da muss eine Partei wie die CDU Antworten geben. Es reicht nicht, immer nur über Wirtschaft oder Europa zu debattieren. Es müssen Lebensentwürfe der verschiedenen Generationen und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft in Politik umgesetzt werden.“Lothar Späth,

Wirtschaftspolitiker

„Wir brauchen in der CDU bei den Themen Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Wiedereinstieg in den Beruf nach der Kindererziehung und Problemen der Kindererziehung die gleiche Hinwendung, wie wir sie beispielsweise für Fragen der Wirtschaftspolitik aufbringen.“

Angela Merkel, Parteivorsitzende

„Ich verstehe die jungen Leute, die sagen, man kann nicht zur Tagesordnung übergehen, nur weil man in den Umfragen jetzt wieder weit vor der SPD liegt.“

Jürgen Rüttgers, Parteivize

„Wer den Sozialdemokraten nachläuft, wer dem Zeitgeist nachläuft, wird immer zweiter Sieger bleiben."

Friedrich Merz, Fraktionsvize

„Mir erscheint die Warnung vor dem Zeitgeist zu defensiv, ja ein wenig ängstlich. Wovor fürchten wir uns?"Angela Merkel

„Die allermeisten Delegierten in Hannover wollen keine tiefschürfende Analyse.“

Laurenz Meyer, Generalsekretär

„Die wichtigsten Themen bleiben Wirtschaft und Arbeit. Der Parteitag darf nicht zu einem Wettbewerb ausarten, wie wir uns möglichst beliebt machen.“

Christian Wulff, Parteivize

„Die verlorene Bundestagswahl liefert nicht den Grund für eine solche (Strategie-) Debatte. Die Konsequenz aus der Wahlniederlage ist nicht, dass wir unser Profil verändern, sondern nach meiner Überzeugung, dass wir unser Profil schärfen müssen."Bernhard Vogel,

Ministerpräsident Thüringen

„Ich habe eine solche leidvolle Debatte jahrzehntelang mit der CSU geführt. Im Prinzip war das nicht sehr sinnvoll.“ Helmut Kohl, Ex-Parteichef

„Wir müssen uns nicht liften lassen, aber die Union ein wenig durchlüften. Die CDU muss sich selbstkritisch fragen, ob sie ihr modernes Familienbild zu sehr in einem herablassenden Ton verkündet.“

Christoph Böhr,

CDU-Chef Rheinland-Pfalz

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