Zeitung Heute : Wilde Tiere und das Adrenalin

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Die Evolution hat Menschen begünstigt, die im Notfall alle Kräfte freisetzen konnten. „Unsere psychovegetativen Programme sind vor allem auf das Überleben in der Urzeit ausgerichtet“, sagt der Brunsbütteler Psychologe Eckard Nass. Griffen Feinde oder wilde Tiere an, überschwemmte die Nebenniere das Blut mir dem Stress-Hormon Adrenalin. Dieses beschleunigt und vertieft die Atmung und aktiviert die Muskulatur; außerdem steigert es neben dem Herzschlag die Erregung und Wachheit des bedrohten Menschen.

Nach erfolgreichem Kampf oder gelungener Flucht „gab es längere natürliche Erholungsphasen für die Nahrungsaufnahme und die Regeneration der Kräfte“, fügt Nass hinzu. Doch diese Entspannung gelingt modernen Menschen oft nicht mehr. Die Reizflut hält an und Bewegungsarmut verschlimmert alles noch, weil das Herz-Kreislauf-System nicht trainiert wird und deshalb nicht flexibel genug auf Belastungen und Ruhephasen reagieren kann.

EVOLUTION

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