Zeitung Heute : Willkommen in der Wirklichkeit

Der Tagesspiegel

Viele reden über Zuwanderung, wenige von Integration, ein paar Romantiker noch über Multi-Kulti. Dabei sollten alle, die sich mit dem Generalthema Ausländer befassen, jetzt dringend davon sprechen, welche Probleme durch Handeln zu lösen sind. Der Einbruch der wahren Wirklichkeit ins Leben ist nicht bewältigt. Willkommen sind deshalb vor allem die, die nicht nur bei der Erkenntnis helfen. Zum Beispiel der Verband der türkischen Unternehmer und Industriellen in Europa. Esref Ünsal, dem Vorsitzenden, war es vorbehalten, uns allen zu sagen, was ja wirklich wahr ist: die überwiegend schlechte Bildung junger Ausländer. Das beginnt damit, dass sie mancherorts in den Kindergärten abgewiesen werden, und es endet nicht damit, dass 20 Prozent keinen Hauptschulabschluss aufweisen. So weit zum Problem, das massiv ist. Und die Abhilfe? Da liefert Ünsal einen Vorschlag mit, einen dreigeteilten. Frühe Aufklärung der Eltern, Sprachförderung schon im Kindergarten, Quotierung bereits in den Grundschulen – das klingt nicht neu, nur praktikabel. Mit dieser einfachen Rechnung: Wenn in den Grundschulen der Anteil an Ausländern ein Viertel nicht überschreitet, bleiben mehr Möglichkeiten, gemeinsam etwas gegen den Ausdruck der Unterlegenheit zu unternehmen. Darüber lässt sich doch wohl mit allen reden. cas

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