Zeitung Heute : „Wir müssen noch stärker werden“

307666_0_12026ae3.jpg
Foto: promo

Herr Sellering, Spitzenforschung und Hochtechnologie: Sind das für Sie Markenzeichen Mecklenburg- Vorpommerns?

Wir haben mit den Universitäten in Rostock und Greifswald und den Hochschulen in Wismar, Stralsund und Neubrandenburg Forschungsstätten, die in der Spitzenliga mithalten können und sich bei Lehrenden und Forschenden immer größerer Beliebtheit erfreuen. Wir haben Top-Forschungseinrichtungen, die weit über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannt sind, wie zum Beispiel das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems. Aber bei all dem, was bereits vorhanden ist, gilt: Wir müssen noch stärker werden.

Für die Universität Rostock liegt das Schwergewicht der nächsten Jahre auf interdisziplinärer Forschung. Im Department Life, Light & Matter treffen sich naturwissenschaftliche Grundlagenforschung, Ingenieurwissenschaften und Medizin auf zukunftsweisenden Wissenschaftsfeldern, wie zum Beispiel der Rekonstruktion biologischer Funktionen. Was erwarten Sie davon?

In Mecklenburg-Vorpommern gehören Medizintechnik und Biowissenschaften zu den Branchen mit enormem Wachstums- und Beschäftigungspotenzial. Dem wird an der Universität Rostock mit dem Department Life, Light & Matter in besonderer Weise Rechnung getragen. Dass dieser Schwerpunkt einen eigenen Forschungsbau für über 20 Millionen Euro erhält zeigt, wie sehr die interdisziplinäre Arbeit der Wissenschaftler an der Universität Rostock geschätzt und wie viel von ihr erwartet wird.

Spitzenforschung kostet Geld, bringt aber auch Drittmittel in Millionenhöhe, neue Produkte und lockt kreative Köpfe. Müssen wir den Universitäten als Wirtschaftsfaktor mehr Beachtung schenken?

Die Landesregierung ist sich der Bedeutung der Universitäten als Wirtschaftsfaktor bewusst. Erst kürzlich wurde der Erweiterungsbau am Rostocker Leibniz-Institut für Katalyse erweitert. 74 hochmoderne Laborarbeitsplätze sind entstanden. Aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm des Landes erhält das Institut ein 1,7 Millionen Euro teures hochauflösendes Transmissionselektronenmikroskop. 2010 wird das Land für Lehre und Forschung an den Universitäten und Hochschulen des Landes mehr als 300 Millionen Euro zahlen. Im Rahmen der Initiative der Bundesregierung „Spitzenforschung und Innovation in den neuen Bundesländern“ konnte die Universität in Rostock beispielsweise zwei Projekte im Bereich Energie und Medizintechnik einwerben. Das zeigt, die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern sind attraktiv.

Erwin Sellering ist seit 2008

Ministerpräsident von Mecklenburg- Vorpommern.

Die Fragen stellte Kristin Nölting.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben