Zeitung Heute : „Wir waren an vorderster Front“

Foto: Privat
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Ulla Bock ist promovierte Soziologin und Geschäftsführerin der Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung. Mit ihr sprach Julia Rudorf.

Frau Bock, als die Zentraleinrichtung gegründet wurde, war die Frauenbewegung in Deutschland auf ihrem Höhepunkt. Wie ist es heute um die Frauen- und Geschlechterforschung bestellt?

Die Freie Universität war eine der ersten Universitäten, die sich eine Fördereinrichtung wie die unsere geleistet hat. Damit waren wir an vorderster Front. Um Forschung ging es da noch nicht primär. Fördereinrichtung heißt ja, dass man eine Bibliothek aufbaut, Netzwerke bildet und für die Sache sensibilisiert. Mittlerweile gibt es nicht nur hier, sondern an allen Universitäten Einrichtungen, die sich mit Frauen- und Geschlechterforschung beschäftigen. Das heißt aber nicht, dass der Frauen- und Geschlechterforschung die Fragen ausgegangen sind.

Was hat sich an der Freien Universität für Ihre Arbeit geändert?

Weiterentwicklungen gab es, vor allem im Zuge der Exzellenzinitiative. 2011 wurde das interdisziplinäre Zentrum für Geschlechterforschung eröffnet. Damit gibt es an der Freien Universität mittlerweile mehrere Instanzen: die Frauenbeauftragten, das Netzwerk GenderNet, das Gleichstellung und Geschlechterforschung verbindet, und nun eben das interdisziplinäre Zentrum für Geschlechterforschung. Man hat erkannt, dass eine Fördereinrichtung wie die unsere eine wissenschaftspolitische Einrichtung ist, die Infrastruktur schafft – aber dass das alleine nicht reicht, sondern dass eigene Forschung betrieben und gefördert werden muss. Heute sind wir weniger alleine als damals.

Die Soziologin Ulla Bock schildert im Gespräch die Entwicklung von der

Frauenförderung zur Frauen- und Geschlechterforschung.

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