Zeitung Heute : „Wir wollen immer Meister werden“

Trainer Pagé über die Ambitionen der Eisbären in den Play-offs

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PIERRE PAGÉ (56)

ist seit 2002 Trainer der Berliner Eisbären. Zuvor arbeitete der Kanadier als Coach in der nordamerikanischen Profiliga NHL.

Foto: Camera 4

Herr Pagé, die Play-offs beginnen am Mittwoch. Was ist aus Ihrer Sicht der entscheidende Faktor im Kampf um die Meisterschaft für die Eisbären?

Am wichtigsten ist, dass alle bei uns verstehen, dass die Hauptrunde vorbei ist. Das wir da Erster waren, interessiert nicht mehr. Wir starten bei null. In der Hauptrunde kann man Niederlagen wiedergutmachen, in den Play-offs ist das oft nicht mehr möglich. Die haben ihre eigene Psychologie. Nur wer mental stark ist, kommt da bis ans Ende. Das ist, als ob du einen Berg besteigen willst und jeder versucht, dich runterzuschubsen.

Sie sprechen die Tatsache an, dass die Konkurrenz die Favoritenstellung des Tabellenersten Eisbären anzweifelt?

Wenn Michael Komma, Trainer unseres Viertelfinalgegners Düsseldorf, sagt, dass Köln sein Favorit auf die Meisterschaft ist, dann ist das reine Taktik. Er will sagen: Euch schmeißen wir in der ersten Runde raus. Doch damit müssen wir umgehen können. Mich macht das jedenfalls nicht nervös.

Trotzdem ist der Druck auf die Eisbären da. In Berlin erwartet die Öffentlichkeit den Meistertitel …

Daran sind wir nicht unschuldig. Wir haben mit unserem guten Auftreten in der Hauptrunde dafür gesorgt, dass die Erwartungen bei den Fans groß sind. Aber wir haben ja diese Saison auch vieles gut gemacht: Wir haben mehr Tiefe im Kader, mehr gute Spieler, haben bewiesen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Trotzdem scheuen Sie sich vor dem Wort Meisterschaft.

Nein, ich scheue mich nicht davor. Natürlich wollen wir am liebsten in jeder Saison Meister werden. Aber Titel holt man sich nicht durch Rhetorik. Montreal ist zum Beispiel in der nordamerikanischen Profiliga NHL 24- mal Meister geworden. Und das ist denen nicht durch das Schwingen großer Reden gelungen. Eine gute Organisation ist wichtig. Die haben wir bei den Eisbären in den vergangenen zwei Jahren geschaffen, und die holten zwangsläufig irgendwann den Titel.

Das Gespräch führte Claus Vetter.

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