Zeitung Heute : Wissenschaft in zehn Minuten

Neue Medien – neue Wege der Kommunikation.

Andreas Möllenkamp
Science Slam. Julia Koch dozierte 2010 in Münster über „indische Migration nach Südafrika“. Foto: dapd
Science Slam. Julia Koch dozierte 2010 in Münster über „indische Migration nach Südafrika“. Foto: dapd

Online-Videos, Blogs und Science Slams sind nur einige Beispiele, wie Wissenschaftler heute ihre Forschung in die Öffentlichkeit tragen. Neue Medien und Veranstaltungsformate verändern aber nicht nur das öffentliche Auftreten der Wissenschaft, sondern werden in Rostock auch Gegenstand der Forschung. Am Department „Wissen – Kultur – Transformation“ fragen etablierte Wissenschaftler und Nachwuchsforscher gemeinsam nach den Zusammenhängen von gesellschaftlicher Wissensproduktion und medialen Vermittlungsformen.

Maria Stimm untersucht in ihrem Promotionsprojekt Science Slams als Beispiel für den Wandel der wissenschaftlichen Kommunikationskultur. Bei diesem Wettbewerb präsentieren Wissenschaftler ihre Forschung möglichst unterhaltsam und informativ in zehn Minuten. Aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive will die 26-Jährige herausfinden, wie sich dabei Wissensbestände verändern und welche Potentiale darin für die Erwachsenenbildung liegen.

Auch die Philosophie erlebt gegenwärtig einen Boom neuer medialer Formate. Ein erfolgreiches Konzept hat Hanno Depner entwickelt: „Kant für die Hand“, eine Einführung mit integriertem Bausatz. Die Leser basteln und erfassen damit Schritt für Schritt, wie das Hauptwerk von Immanuel Kant aufgebaut ist. Mit der Präsentation dieser innovativen Publikation gewann der 38-Jährige beim Berliner Science Slam den 1. Platz. In seiner Dissertation erforscht er, was Visualisierungen leisten, in denen philosophische Texte sinnbildlich dargestellt werden.

Mediale Wandlungsprozesse und die Produktion von „geheimem Wissen“ stehen bei John David Seidler im Vordergrund. Der Promotionsstipendiat analysiert die medialen Strategien von Verschwörungstheorien, etwa im Kontext des 11. September 2001. „Verschwörungstheorien erfahren im Internet besondere Resonanz und machen die neuen digitalen Informationskanäle zum Instrument detektivischer Laienrecherche“, sagt der 34-Jährige. Er geht dabei der Frage nach, wie Verschwörungstheorien im Internet vermeintliches Geheimwissen inszenieren und Glaubwürdigkeit erzeugen.Andreas Möllenkamp

Der Autor ist Stipendiat des Departments.

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