Zeitung Heute : Wissenschaftlicher Nachwuchs fehlt

Der Mangel an wissenschaftlichem Nachwuchs macht Politikern und Wissenschaftlern zunehmend Sorgen. Bei der Jahrestagung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bremen beklagten jetzt sowohl deren Präsident Ernst-Ludwig Winnacker als auch Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn, daß immer mehr junge Forscher in die Wirtschaft oder ins Ausland abwanderten. Sie forderten, die Nachwuchsförderung durchgreifend zu reformieren.

Bulmahn sagte, der Weg zum Hochschullehrer in Deutschland sei viel zu lang. Zum Zeitpunkt der erforderlichen Habilitation seien die meisten Akademiker über 40 Jahre alt. Wer dann keine Professur bekomme, gerate in eine "Altersfalle". Dieser wenig verlockenden Aussicht zögen viele Nachwuchswissenschaftler eine Karriere in der Wirtschaft oder im Ausland vor. Dadurch zeichne sich in Deutschland in einigen Fächern bereits ein Mangel an Hochschullehrern ab.

DFG-Präsident Winnacker verwies darauf, die Zahl der Nachwuchsphysiker sei innerhalb von nur sechs Jahren um zwei Drittel gesunken. Ursache sei vor allem ein Defizit beim Schulunterricht in Mathematik und in den Naturwissenschaften. Um den Mangel an Nachwuchswissenschaftlern zu beheben, bedürfe es einer radikalen Neuorientierung. "Wir müssen zu einem Einwanderungsland für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden und uns in diesem Punkt an Ländern wie den USA und Kanada ausrichten, und Arbeitsmöglichkeiten für solche Personen schaffen", sagte Winnacker. AP

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