Zeitung Heute : Wo das Korrektiv fehlt

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Im Militärdeutsch war es die so genannte Auftragstaktik . „Wir setzen auf Fantasie und Kreativität und schreiben den Ausbildern kein Drehbuch“, sagt Bernhard Gertz , der Chef des Bundeswehrverbandes, dem Tagesspiegel. Dieses Prinzip des eigenständigen Handelns unterscheide die Bundeswehr von den meisten Armeen der Welt und sei „eine der Stärken unserer Armee“, beharrt der Verbandschef – trotz Coesfeld, wo AusbilderKreativität zu Entgleisungen führte, die auch Gertz als „katastrophal“ bezeichnet. Man könne Soldaten auch mit harter Ausbildung an ihre Leistungsgrenzen führen, ohne sie zu misshandeln, sagt er. Dass die Übung in Coesfeld derart entglitt, liegt seiner Ansicht nach nicht an sadistischen Neigungen der Ausbilder, sondern am fehlenden Korrektiv. „Dafür gibt es Kompaniechefs “, sagt der Verbandschef. Durch administrative Tätigkeiten seien die jedoch mittlerweile viel zu stark an ihre Schreibtische gebunden. „Wir müssen dringend prüfen, ob wir deren Präsenz in der Ausbildung nicht wieder erhöhen müssen.“ raw

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