Zeitung Heute : Wo Sonne ist, da muss auch Schutz sein

Sitz- und Ruheplätze im Freien sollten an wechselnde Lichtsituationen angepasst werden

Simone Augustin
Pures Urlaubsfeeling. Mediterranen Touch auf der Terrasse erreicht man auch durch die Bepflanzung. Foto: tdx/Grünes Medienhaus
Pures Urlaubsfeeling. Mediterranen Touch auf der Terrasse erreicht man auch durch die Bepflanzung. Foto: tdx/Grünes Medienhaus

In jeden schönen Garten gehört ein einladener Sitzplatz. Hier kann man entspannt die Füße hochlegen oder mit Familie und Freunden beisammensitzen. Ob zum Grillen oder zum stillen Lesen: Es lohnt sich, seinen Sitz- und Ruheplatz gut zu planen sowie Material und Möbel sorgfältig auszusuchen. Wichtig ist außerdem ausreichend Schutz gegen Sonne sowie gegen starken Wind und Regen. Dann kann der Platz bei gutem, aber auch bei weniger strahlendem Wetter bestens genutzt werden.

Wie viele Personen werden dort sitzen? Wie will man den Platz nutzen – zum Essen, zum Ruhen oder gar zum Arbeiten? „Eine Grillecke für viele Personen passt nur an einen Ort mit Platz für einen großen Tisch, Stühle und Grill“, erläutert Jürgen Oppers, selbstständiger Landschaftsarchitekt aus Ratingen und Mitglied im Bund deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA). Auch die Wege zum Haus sollten möglichst kurz sein, damit Speisen und Getränke komplikationslos hin- und hergetragen werden können. Für einen lauschigen Leseplatz ist dagegen eine kleine, sichtgeschützte und leicht schattige Ecke geeignet.

Ein wichtiger Punkt bei der Wahl des Sitzplatzes ist die Himmelsrichtung. „Sonnenanbeter, die mittags bis abends die Sonne genießen wollen, sollten sich ein Plätzchen in südwestlicher Richtung suchen“, rät Anja Meyer von der DIY-Academy in Köln. Wer gern zu früher Stunde draußen frühstückt, brauche eine Terrasse nach Osten.

In großen Gärten biete es sich an, das Sitzareal so auszurichten, dass die Sonnenstrahlen immer einen Teil erreichen. Oder es gibt zwei Rückzugs- und Sonnenplätze: „Zusätzlich zum Terrassenplatz am Haus sorgt eine romantische Leseecke am Gartenteich oder unterm Apfelbaum für Abwechslung“, schlägt Meyer vor. In räumlich beengten Gärten kann man eine kleine Bank einfach in oder neben ein angelegtes Blumenbeet stellen.

Zu Einschränkungen bei der Ortswahl könnte es allerdings durch bauliche Auflagen und Gegebenheiten auf Nachbargrundstücken kommen. Über diese sollte man sich schon bei der Planung informieren und sich mit den Nachbarn besprechen.

Eine größtmögliche Flexibilität erreicht man auch durch variable Überdachungen wie Sonnensegel, Markisen oder Schirme, die bei zu starker Sonne Schutz bieten und entfernt werden können, wenn es zu kühl ist. „Ideal ist auch ein Gartenhaus, bei dem die Scheiben zur Seite geschoben oder entfernt werden können“, sagt Oppers. So schütze man sich sowohl gegen Regen und Wind als auch gegen die hoch stehende Sommersonne. Die flach einfallende Sonne im Frühjahr und Herbst erfülle den Raum jedoch mit warmen Strahlen.

Schutz und Schatten bieten auch Vordächer oder Laubbäume wie der Kugelahorn, die im Sommer partiell kühlen Schatten spenden. „Ahorn und Platane können übrigens auch dachförmig geschnitten werden“, gibt Oppers einen Tipp für die Baumpflege.

Wie soll der Untergrund für die Sitzecke im Garten beschaffen sein? Nun, der Rasen ist oftmals uneben und holprig, außerdem besteht die Gefahr, dass man mit den Stuhlbeinen einsinkt. „Für einen Tisch mit Stühlen ist ein kippeliges Mosaikpflaster auch weniger zu empfehlen. Größere rutschfeste Platten sind hier eher angeraten“, sagt Oppers. Das Verlegen von Steinplatten in Eigenregie setzt allerdings viel Erfahrung voraus. Terrassen aus Holz können hingegen auch von geübten Heimwerkern selbst angelegt werden, sagt Meyer. Allerdings bedürften diese auch mehr Pflege als Steinplatten und Pflasterklinker. Holz muss etwa nach der nassen Jahreszeit mit einer Bürste von Schmutzablagerungen und Algen befreit werden. Ein eher mühsamer Prozess.

Insgesamt gelte: „Je länger die Pflasterung halten soll, desto hochwertigere Materialien und neutralere Farben sollten gewählt werden“, sagt Oppers. Er warnt vor allzu dunklen Belägen, denn diese könnten sich in der Sonne stark aufheizen. Und Stein- und Holzböden sollten immer ein Gefälle haben, damit Regen vom Haus weggeleitet wird. Die Bodenbeläge sollten auch bei Nässe rutschfest und insgesamt leicht zu reinigen sein. Eine Schwelle am Übergang zwischen Haus und Terrasse ist zwar nicht besonders angenehm, verhindert jedoch, dass Regenwasser von draußen nach drinnen fließen kann.

Die Wahl der Sitzmöbel hängt sowohl vom Geldbeutel als auch vom eigenen Geschmack ab. Kunststoffmöbel sollten vor allem UV-lichtbeständig sein, damit die Farbe lange schön bleibt. „Einige Hersteller veredeln das Material auch mit einer speziellen Schicht, so dass sich die Möbel leichter reinigen lassen“, erläutert Anja Meyer.

Vor und nach der Gartensaison sollten die Möbel gesäubert werden, vor allem bei Holzmöbeln eine heikle, meist schweißtreibende Angelegenheit. Wer einen Hochdruckreiniger einsetzt, muss aufpassen, dass der Wasserdruck nicht zu hoch ist. „Besonders Holzoberflächen werden durch zu hohen Druck aufgeraut. Dadurch sammelt sich viel schneller Wasser und die Neubildung von Moos wird begünstigt“, erklärt Jürgen Oppers. Mit weichen Bürsten dauere die Reinigung zwar etwas länger, sei aber schonender. Gelegentlich sollten Holzmöbel auch mit Pflegeölen behandelt werden, rät Meyer. So wirke die Holzfarbe lange frisch. (dpa)

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