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Albert Funk

Die großen Parteien haben in beiden Ländern an Stimmen verloren. Welche Wähler haben sich wofür entschieden?

Die Analysen nach der Wahl waren eindeutig: CDU und SPD sind die Verlierer, PDS und Rechtsextreme konnten gewinnen. Nicht zuletzt wegen Proteststimmen bisheriger Nichtwähler, die ihren Unmut an der Hartz-IV-Reform festmachten. Laut Infratest dimap nannten 76 Prozent der NPD-Anhänger in Sachsen Hartz IV als wichtigstes Thema. Bei der PDS waren es noch 61 Prozent, der Schnitt über alle Parteien lag bei 45 Prozent. Interessanterweise waren die Wähler in Brandenburg durch Hartz IV offenbar weniger aufgewühlt: Hier lagen die Werte zwischen 22 Prozent (Grüne) und 52 Prozent (DVU).

Ein zweites Phänomen, das den relativen Erfolg der Rechtsaußen bewirkte: Sie sind besonders bei jungen Wählern stark. Laut Forschungsgruppe Wahlen kommt die NPD bei den Wählern unter 30 Jahren auf 17 Prozent und ist damit zweitstärkste Partei in dieser Wählergruppe. Überdurchschnittlich stark ist die NPD auch bei Arbeitern mit 13 Prozent und bei Arbeitslosen mit 18 Prozent (die SPD kommt hier auf sieben Prozent). Bei den Erstwählern kam die NPD laut Infratest sogar auf 21 Prozent. Die DVU kam in dieser Gruppe in Brandenburg auf 16 Prozent.

Die sächsische CDU verdankt laut Forschungsgruppe Wahlen ihren noch immer großen Vorsprung vor allem Ministerpräsident Georg Milbradt und der eigenen Regierungsarbeit. Zwar kann Milbradt bei weitem nicht an die Rekordwerte seines Vorgängers Kurt Biedenkopf anknüpfen, doch genießt er ein hohes Ansehen. Insgesamt 80 Prozent der Befragten bescheinigten dem Ministerpräsidenten gute Arbeit. Nur zehn Prozent konnten sich PDS-Spitzenkandidat Peter Porsch als Regierungschef vorstellen. Milbradts CDU blieb in fast allen Wählergruppen stärkste Partei, bei den Arbeitslosen wurde sie aber deutlich von der PDS überholt. Vor allem bei jüngeren Wählern gab die CDU erheblich Stimmen ab. Nur noch ein Drittel der Wähler wollte weiterhin eine CDU-Alleinregierung.

In Brandenburg verdankt es die SPD gemäß der Forschungsgruppe allein dem Ansehen von Ministerpräsident Matthias Platzeck, dass die Einbußen weniger hoch ausfielen als zuletzt in anderen Ländern. Zudem schneidet die Landes-SPD bei den Bürgern besser ab als die Bundes-SPD. Die PDS konnte von der Unzufriedenheit mit der Bundes- wie mit der Landespolitik profitieren und erzielte ihr bisher bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl. Spitzenkandidatin Dagmar Enkelmann wollten jedoch nur zehn Prozent als Regierungschefin. Bei der CDU kam zu einem schwach beurteilten Spitzenkandidaten Jörg Schönbohm ein geringes Parteiansehen. Wie in Sachsen verlor die CDU vor allem bei Jüngeren. Stärkste Kraft unter Arbeitslosen ist die PDS mit 41 Prozent, hier kommt die DVU auf zwölf Prozent. Bei den Arbeitern liegen SPD und PDS mit jeweils etwa 30 Prozent gleichauf.

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