Zeitung Heute : Wohin zur Geburt?

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GEBURTSSTATISTIK: In Berlin werden jährlich rund 30000 Kinder geboren. Die Zahl ist seit 1996 nahezu konstant, sie schwankt um höchstens 1000 Geburten im Jahr. 2004 waren es genau 30 913. Die meisten werdenden Mütter suchen zur Entbindung ein Klinikum auf: Knapp 96 Prozent aller Entbindungen werden in einer Klinik durchgeführt.

KLINIKGEBURTEN: Es gibt 21 Geburtskliniken in der Stadt. Neben drei Standorten der Charité (Campus Mitte, Campus Virchow-Klinikum, Campus Benjamin Franklin) sind dies öffentliche oder freigemeinnützige oder private Kliniken.

ALTERNATIVEN: In 1250 Fällen wurden Kinder nicht in einem Klinikum geboren. Der Großteil dieser Geburten - etwas mehr als die Hälfte - erfolgte in einem der sechs Berliner Geburtshäuser, jede vierte zu Hause, jede fünfte in einer Arztpraxis. In einigen Fällen kommen die Kinder in einer Hebammenpraxis zur Welt. Geburtshäuser gibt es in: Steglitz- Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf, Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf.

KOMPLIKATIONEN: Von den außerklinischen Geburten wurden 164 nicht in einem Krankenhaus begonnen, wegen drohender oder eingetretener Komplikationen aber dort beendet. Statistisch gesehen kommen zwei von hundert Kindern mit Fehlbildungen zur Welt.

MÜTTER: Mütter kriegen ihre Kinder in immer höherem Alter. Nach der Perinatalstatistik von Berlin ist eine von sieben angehenden Müttern bei der ersten Geburt älter als 35 Jahre. Damit steigt auch das Risiko von Komplikationen.

FRÜHGEBURTEN: 2004 kamen in Berlin 595 Frühchen vor Ablauf der 34. Schwangerschaftswoche auf die Welt. Sie bedürfen besonderer medizinischer Betreuung. 2837 Frühgeborene wurden bis zum Ende der 37. Woche geboren.

KLINIKEN: Die Geburtsabteilungen sind nach dem Grad ihrer Spezialisierung in drei Kategorien eingeteilt: Kliniken mit einfacher Geburtshilfe, Kliniken mit neonatologischem Schwerpunkt (Betreuung von Neugeborenen) und Perinatalzentren. In Berlin ist jedoch ist die Regelung, welche Klinik sich Perinatalzentrum nennen darf, umstritten. Zwar sind die Kriterien, die ein Perinatalzentrum zu erfüllen hat, seit Beginn dieses Jahres bundeseinheitlich festgelegt. Aber: Der Krankenhausplan der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit sieht derzeit strengere Kriterien vor als jene, die der Gemeinsame Bundesausschuss erarbeitet hatte. Einige Kliniken fühlen sich daher übergangen. „Das Bundesrecht muss auch in Berlin gelten“, fordert Hans-Jürgen Reinecke, der Vorstandsvorsitzende der Berliner Krankenhausgesellschaft. Die Einigung zwischen dem Senat und den Kliniken steht aus.mne

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