Zeitung Heute : Wolfgang Behnken wird Berater von Dirk Manthey

Ulrike Simon

Dem Hamburger Großverlag Gruner + Jahr ist es nicht gelungen, den langjährigen "Stern"-Art Direktor Wolfgang Behnken zu halten. Wie berichtet, verhandelte Behnken seit einiger Zeit mit Verleger Dirk Manthey, der mit dem Titelportfolio der Verlagsgruppe Milchstraße momentan große Pläne hegt. Herzstück soll die vor zehn Jahren gestartete Monatszeitschrift "Max" werden, aus der ein junges, 14-tägliches Magazin werden soll.

Ab 1. September wird der 55-jährige Behnken nun "optischer Berater" von Dirk Manthey. In dieser Funktion wird er "gemeinsam mit Manthey eine Kreativ-Abteilung aufbauen", sagte Behnken gestern dem Tagesspiegel. Vor allem wolle er sich mit Chefredakteur Jan-Eric Peters und Art Direktor Diddo Ramm um "Max" kümmern. "Max soll ein optisches und journalistisches Magazin werden, das im Zeitalter des Internets auch international in der ersten Liga spielt".

Peters, der erst vor kurzem die politische Autorin Ulrike Posche vom "Stern" zu "Max" holte, freut sich, "dass es uns gelungen ist, den Mann in die Milchstraße zu holen, der die Magazin-Gestaltung in Deutschland maßgeblich beeinflusst hat." Das Magazin "Max fühlt sich einer zeitgemäßen Bildsprache verpflichtet und wird gemeinsam mit Wolfgang Behnken entsprechende Zeichen setzen." Nun ist es an Behnken, der Zeitschrift "Max" Seele einzuhauchen. Ein erfolgreiches Titelblatt sei eine Geschichte von Liebe auf den ersten Blick, sagte Behnken einmal. Die Schreibe sei "der Geist des Blattes, die Bilder die Seele".

Behnken arbeitete seit einem Jahr als Berater des Zeitschriftenvorstandes Rolf Wickmann. Seitdem entwickelte er gemeinsam mit dem früheren "Stern"-Chefredakteur Werner Funk unter anderem ein Männermagazin mit dem Titel "Shark".

Fraglich ist, wie Funk seine künftige Rolle definieren wird. Wie Behnken wurde auch Funk nach der Absetzung als "Stern"-Chef als Berater des Vorstands geführt, zwischenzeitlich wurde er jedoch zum Herausgeber des Wochenmagazins berufen. Doch das Verhältnis zu den beiden jetzigen Chefredakteuren Thomas Osterkorn und Andreas Petzold ist als zerrüttet anzusehen.

Aus diesen turbulenten Zeiten des "Stern" ist noch eine weitere Altlast übrig geblieben. Nach wie vor ist der im Juli 1999 nach nur sechs Monaten Amtszeit ebenfalls abgesetzte "Stern"-Chefredakteur Michael Maier mit Unterstützung seines Anwalts Michael Nesselhauf gerichtlich mit G + J zugange. Das Verfahren wurde in zweiter Instanz noch nicht entschieden.

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