Zeitung Heute : Wowereit will zu Privatem schweigen

Senatssprecher: Gastgeber machten und machen keine Geschäfte mit dem Land.

Berlin - Klaus Wowereit schließt jede Vorteilsannahme im Zusammenhang mit privaten Urlauben während seiner Amtszeit als Regierender Bürgermeister aus. „Menschen, bei denen Herr Wowereit vielleicht privat irgendwann einmal übernachtet hat, haben und hatten nach seiner Kenntnis keine Geschäftsbeziehungen zum Land Berlin“, teilte Senatssprecher Richard Meng dem Tagesspiegel mit.

Wowereit hatte zuvor zugegeben, kurzzeitig Gast in der spanischen Finca des Partyveranstalters Manfred Schmidt gewesen zu sein. Gegen Schmidt wird wegen Korruptionsverdachts ermittelt. Er hatte unter anderem auch den früheren Sprecher des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff, Olaf Glaeseker, bei sich urlauben lassen.

Weitere Angaben zu privaten Aufenthalten will Wowereit nicht machen. „Wir geben prinzipiell keine Auskunft zu privaten Urlaubs- oder sonstigen Aufenthalten des Regierenden Bürgermeisters. Das ist ausschließlich Privatsache“, hieß es. Auch bei Ausübung seines Amtes achtet Wowereit nach Angaben seines Sprechers auf den Umgang mit Geschenken. „Geldwerte Vorteile im Rahmen dienstlicher Tätigkeit über das Übliche wie Gastgeschenke oder Bewirtung hinaus nimmt der Regierende Bürgermeister nicht an.“

Unter Verweis auf die Privatsphäre verweigert die Senatskanzlei nähere Angaben zu den Umständen der im Gegenzug für die Londonflüge geleisteten Spenden. Insbesondere wurde nicht mitgeteilt, in welchem Zeitraum nach den Reisen Wowereit gespendet hat. „Gleiches gilt für irgendwelche privaten Gesamtspendensummen in welchem Jahr und an wen auch immer“, hieß es.

Vertreter der Berliner Wirtschaft kritisierten unterdessen, dass die Diskussion um das Verhältnis von Politik und Wirtschaft so auszuufern drohe, dass eine Zusammenarbeit erschwert werde.

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