Zeitung Heute : Wundermittel

Der Tagesspiegel

Es gibt ein Mittel, das von den 210 000 jährlichen Krebstoten in Deutschland fast ein Drittel retten könnte, das sind immerhin etwa 70 000 Menschen. Auf dem 25. Deutschen Krebskongress in Berlin stellte dessen Präsident Klaus Höffken dieses Wundermittel vor – eine Dreifachkombination. Zunächst: Verhütung des Krebses durch Reduzierung der Risikofaktoren wie Rauchen, fettes Essen und Bewegungsmangel. Dann: Früherkennung der Erkrankung im heilbaren Stadium. Schließlich:die bestmögliche Therapie für alle Patienten.

Wie alle Mittel, wirkt auch dieses nur, wenn man es auch anwendet, und das ist nicht allein Sache der Ärzte. Diese können uns zwar motivieren – was die meisten Mediziner noch unzureichend tun –, aber gesünder leben müssen wir schon selbst, zur Früherkennung gehen auch.

Und um eine Behandlung nach dem besten Stand des Wissens zu bekommen, dürfen wir nicht einfach zum nächsten Doktor oder ins nächstgelegene Krankenhaus gehen, sondern wir müssen uns erstens sehr gut informieren und zweitens gehörigen Druck machen.

Von „Transparenz“ ist auf diesem Kongress viel die Rede, und davon, dass man die (potenziellen) Patienten als Partner ernst nehmen und sie besser informieren wolle. Wer Krebskranke kompetent behandelt, soll künftig ein Zertifikat bekommen. Damit man im Ernstfall weiß, wohin man sich wenden kann, um die besten Chancen zu haben.

Auf die Tagesordnung des Kongresses wurde sogar die Gründung einer Sektion für Laien in der Deutschen Krebsgesellschaft gesetzt. Wer aber sind die Laien und wer die Fachleute? Dagmar Schipanski, die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, sagte: „Wir stehen sozusagen als Laien vor den Patienten, die ja Experten in eigener Sache sind.“

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben