Zeitung Heute : www.olympics.com: Weltgrößtes Online-Spektakel

Die heute beginnenden Olympischen Sommerspiele im australischen Sydney werden möglicherweise zum größten Internet-Spektakel. Wegen der großen Zeitverschiebung und den gewachsenen Nutzerzahlen rechnet der offizielle Olympia-Sponsor, der Computerhersteller IBM, mit rund 6,5 Milliarden Aufrufen allein für die offizielle Website www.olympics.com . Dies sei ungefähr zehn Mal mehr als bei den Winterspielen im japanischen Nagano vor zwei Jahren. Die Website bietet aktuelle Sportnachrichten, eine Verkaufsstelle für Eintrittskarten und Souvenirs, täglich ein Porträt über einen Athleten und Touristeninformationen.

Die Zeitvorsprung von Sydney gegenüber Deutschland beträgt elf Stunden und gegenüber New York 15 Stunden. Dadurch würden Sportfans, die nicht auf die abendliche Fernsehübertragung warten wollten, sich über das Internet schneller mit aktuellen Ergebnissen versorgen können. Hierfür spricht auch der Umstand, dass die Internet-Zugänge in Firmen, die inzwischen zu großen Teilen per Standleitung mit dem Netz verbunden sind, schneller sind als die Privatanschlüsse. Die Zahl der Internet-Nutzer hat sich zudem in den vergangenen vier Jahren mehr als versechsfacht. Waren 1996 bei den Sommerspielen in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia rund 40 Millionen Menschen weltweit an das Internet angeschlossen, sind es heute 270 Millionen.

Gleichwohl rechnet IBM nicht, dass die vielen Anfragen zu einer Überlastung des Systems führen könnten. Wer seinen Lieblingssportler per E-Mail grüßen möchte, kann dies über eine von IBM eingerichtete Fan-Adresse tun. Über www.ibm.com/fanmail sind alle 10 500 Athleten erreichbar. Bei den Spielen in Nagano seien allein 300 000 Fan-Botschaften registriert worden. Wie viele es bei der ungleich größeren Veranstaltung in Sydney werden, sei schwierig zu schätzen.

Probleme bereitete den Organisatoren und dem Computerhersteller die Umwandlung der Website in Blindenschrift. Der Blinde Bruce Maguire hatte die australischen Kommission für Menschenrechte und Gleichbehandlung angerufen, weil große Teile der Internet-Site für ihn nicht lesbar seien. Die Kommission gab Maguire Recht. Wegen der langen Anlaufzeit und der hohen Kosten sei eine Ergänzung des Angebots jedoch nicht mehr möglich, sagte ein Sprecher der Organisatoren. Es würde 368 Arbeitstage dauern, um Tabellen und Ergebnislisten in Blindenschrift darzustellen.

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