Zeitung Heute : X-Windows - Fenster für Alle

Markus Rimscha

Jeder Computer-Anwender ist mittlerweile das Arbeiten mit einer komfortablen grafischen Oberfläche gewöhnt. Programme werden in Fenstern gestartet, jedes Dokument erhält wiederum ein solches. So können mehrere Anwendungen nicht nur gleichzeitig laufen, sondern auch übersichtlich auf dem Bildschirm plaziert werden. Während Betriebssysteme wie Windows 95/98/NT grafisch konzipiert sind, ist das bei UNIX und der PC-Version Linux nicht der Fall. Das Betriebssystem kann auch ohne grafische Oberfläche voll genutzt werden. Da das aber nicht sehr komfortabel ist, existiert auch hier eine grafische Oberfläche: X-Windows.

Im Gegensatz zu anderen Betriebssystemen versteht sich X-Windows als Aufsatz auf das eigentliche System und besteht grundsätzlich aus zwei Teilen. Zuerst ist der sogenannte "X-Server" nötig. Dieser bildet die Schnittstelle zur Hardware, kommuniziert also insbesondere mit der Grafikkarte. Das Arbeitstier kümmert sich aber überhaupt nicht um die Optik. Hier ist der kleine Bruder, der Fenstermanager, gefragt. Erst hier wird festgelegt, wie die Fenster, die Menüleisten und all die anderen grafischen Elemente der Oberfläche im Detail aussehen sollen.

Durch diese Zweiteilung wird das optische Erscheinungsbild der X-Windows-Oberfläche völlig austauschbar. Von sehr einfachen Modellen bis hin zum mächtigen KDE, das mittlerweile bei vielen Distributionen als Standard vorgesehen ist, existieren eine ganze Reihe von Fenstermanagern. Der Anwender hat die freie Wahl, die bei der Installation meist durch einfaches Anklicken getroffen werden kann. Gerade Umsteiger von Windows werden sich beispielsweise über Varianten freuen, die der Oberfläche von Windows 95 nachempfunden sind. Die Konfiguration von X-Windows ist bei den gängigen Linux-Distributionen recht komfortabel gestaltet. Oft liegen sogar selbst entwickelte Programme vor, mit deren Hilfe bereits die Einstellungen unter einer grafischen Oberfläche erledigt werden können. So gehören Kommandozeilen endgültig der Vergangenheit an.

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