Zeitung Heute : Y2K und die Welt

In den meisten Industrieländern brauchen sich die Menschen wohl keine Sorgen zu machen, daß das Jahr-2000-Problem, auch Y2K ("year two thousend") genannt, bei den Computern zu größeren Problemen führen wird.In Ländern wie Rußland, China und den meisten Entwicklungsländern sind aber auch schwere Unruhen nicht ausgeschlossen.Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Beratungsfirma GartnerGroup, die kürzlich in San Diego vorgestellt wurde."Weltweit gesehen ist die Lage sehr ernst", sagte Lou Marcoccio, Forschungsdirektor der Firma.Der Untersuchung von 15 000 Firmen in 87 Ländern zufolge sind Länder wie die USA und Großbritannien kurz davor, die meisten Probleme in diesem Zusammenhang gelöst zu haben.Die ärmeren Länder haben hingegen oft noch gar nicht damit begonnen, sich diesem Problem zu widmen.Auch Staaten wie Indien, Nigeria und Südafrika müßten jetzt mit der Ausarbeitung von Notfallplänen beginnen, forderte Marcoccio.

Beispiel Lateinamerika.Von wenigen Ausnahmen wie Mexiko und Chile abgesehen, haben die Staaten dieses Kontinents mit der Bewältigung des Jahr-2000-Problems viel zu spät begonnen.Viele Länder könnten jetzt eigentlich nicht mehr tun, als Katastrophenpläne auszuarbeiten, um auf das schlimmste vorbereitet zu sein.Fast alle Regierungen der Region sind auf die neuen Informationstechniken angewiesen.Ausgerechnet in dem Moment, in dem sie in eine technische Aufrüstung zur Bewältigung des Jahr-2000-Problems investieren wollten, kam die Asienkrise, die auch die Volkswirtschaften Lateinamerikas mit in die Tiefe riß.Geld ist nun fast keines da.Analysten schätzen, daß es in der Hälfte der staatlichen Behörden und Privatfirmen Lateinamerikas zu mindestens einem schweren Fehler kommen wird, von Stromunterbrechungen bis zum Ausfall des Flugverkehrs.

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