Zeitung Heute : Zahlen fürs Zeugen

Der Tagesspiegel

Noch so ein großer Streit mit mageren Ergebnissen? Nach der Zuwanderung rollt das nächste Thema mit gesellschaftspolitischem Sprengstoff an: die Familie. Für SPD und Grüne war der Begriff lange mit einer Art „Tabu“ belegt: Familie ist konservativ, also schlecht. Jetzt kommt der Richtungswechsel. „Familie ist da, wo Kinder sind!“, sagt der Kanzler und eröffnet damit den Wertestreit zwischen konservativem und modernem Familienbild. Fragt sich nur, was beide Parteien da anzubieten haben: Die Union verspricht bisher vor allem die Erhöhung des Kinder- und Erziehungsgeldes auf bis zu 600 Euro pro Kind. Kanzlerkandidat Stoiber macht es sich dabei leicht. Denn im Gegensatz zur Regierung muss er noch nicht erklären, wie er solche Versprechen finanzieren will. Kanzler Schröder will dagegen die Kinderbetreuung verbessern. Die ist in Deutschland meist ziemlich dürftig, was dazu führt, dass viele Mütter – vor allem allein Erziehende – ins berufliche Abseits geraten. Auch Schröder macht es sich leicht, denn Ganztagsschulen und Kindertagesstätten sind Sache der Länder und Kommunen, und die haben bekanntlich noch weniger zu verteilen als der Bund. Die Bilanz nach vier Jahren Rot-Grün weist in der Familienpolitik wenig auf. Des Kanzlers Rede macht es schwer zu hoffen, dass sich das bald ändern wird. svs

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