Zeitung Heute : Zappybaby.de: Familienplanung per SMS und Internet

Claudia Wessling

Wenn sich Nachwuchs ankündigt, verlieren auch die coolsten Karrieretypen mal die Nerven. Muss man dem Kleinen klassische Musik vorspielen, wenn es im Bauch zuviel strampelt? Fragen von lebenswichtiger Bedeutung für werdende Eltern, die sie sich - bislang jedenfalls - mit Hilfe des riesigen Angebots an gedruckter Ratgeberliteratur beantworten konnten. Seit geraumer Zeit boomen auch im Internet die Spezialseiten für alle, die Kinder bekommen wollen oder schon haben. Jetzt gibt es noch ein neues Angebot: das ursprünglich aus Flandern stammende Internet-Startup "Zappybaby" ist seit kurzem mit der deutschen Version "Zappybaby.de" im Netz.

Die Seiten bieten Informationen rund um Babys und Kleinkinder bis vier Jahre. Ein wöchentlich verschickter Schwangerschafts-Newsletter informiert werdende Mütter über das Entwicklungsstadium des Kindes, in Diskussionsforen können sich Eltern über die lieben Kleinen austauschen und ein Tagebuch für ihr eigenes Kind führen. Geschäftsführerin Brigitte Geiger-Meier will außerdem einen Dienst anbieten, der bundesweit Adressen von Babysittern zur Verfügung stellt. Dieser Service werde aber erst in etwa zwei Monaten verfügbar sein, da die Zusammenarbeit mit regionalen Anbietern noch koordiniert werden müsse.

Die umfangreichen Inhalte werden von Experten und Medizinern geprüft. Kommerziell tragen will sich Zappybaby über den angeschlossenen Shop, in dem konsumfreudige Eltern vom Kinderwagen bis zum Schnuller alles bestellen können. "Günstiger als im Einzelhandel" werden nach Auskunft von Brigitte Geiger-Meier die Preise gestaltet. Die gelernte Heizungstechnikerin, die auch schon Golfplätze geplant hat, ist zuversichtlich, dass das Angebot sich auszahlen wird: "Trotz sinkender Geburtenzahlen steigt das Budget, das Eltern in ihre Kinder investieren."

Die Idee, einen Internet-Allround-Service für junge Eltern zu bieten, stammt von Paul Verhaeghe. Nachdem er neunzehn Jahre für die Unternehmensberatung McKinsey tätig war, habe er "mal was anderes machen wollen, das nicht nur kommerziell, sondern auch schön ist". Die Schwangerschaft seiner Frau gab den Ausschlag, "Zappybaby" ins Leben zu rufen. Der Erfolg der flämischen Seiten bewegte Verhaeghe, die Idee in ganz Europa zu vermarkten. Nach den deutschen Seiten soll es bis Ende des Jahres auch ein holländisches und französisches Zappybaby geben. Verhaeghe will das Angebot möglichst werbefrei behalten, "damit die Eltern in Ruhe lesen können". Die Konkurrenz anderer Internetanbieter scheint er nicht zu fürchten, rechnet für die deutschen Seiten mit täglich 15 000 Besuchern. Vielleicht sind auch die alten McKinsey-Kontakte bei der Vermarktung von Nutzen.

Ein besonderes Feature kündigt Verhaeghe für Frauen mit Kinderwunsch an: Eine SMS-Funktion werde sie in Zukunft über ihre fruchtbaren Tage informieren. "Selbstverständlich bekommt dann auch der Wunsch-Vater eine entsprechende Nachricht."

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